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Start der 1:1-Ausstattung: Besprechung fürs Kollegium

Sie haben sich darauf geeinigt, verlässliche Rahmenbedingungen für die Arbeit in den 1:1-Klassen der Schule zu etablieren. Jetzt geht es darum, dem Kollegium den gemeinsamen Fahrplan zur Realisierung der einzelnen Schritte in der 1:1-Ausstattung aufzuzeigen. In diesem Beitrag erhalten Sie Ideen für die Durchführung und inhaltliche Umsetzung einer Besprechung für die beteiligten Lehrkräfte.

Mehrere Mitarbeiten sitzen für eine Besprechung an einem großen Tisch

Den Einstieg bewusst gestalten

Verlässliche Rahmenbedingungen an der Schule zu etablieren und deren Einhaltung aufrecht zu erhalten, stellt eine herausfordernde Aufgabe dar. Daher sollten zunächst Ziele für eine Besprechung mit dem gesamten Kollegium festgelegt werden. Ein gemeinsamer Austausch bietet zum einen die Möglichkeit, alle unterrichtenden Lehrkräfte über den ausgearbeiteten Fahrplan für die Umsetzung zu informieren. Auch Termine, die alle betreffen, können so koordiniert sowie die pädagogischen Rahmenbedingungen vorgestellt werden. Zum anderen bietet das Gespräch mit allen Kolleginnen und Kollegen die Chance, eine Identifikation der Schulgemeinschaft mit dem Projekt zu fördern, sodass die Bereitschaft entsteht, sich zusammen den neuen Aufgaben zu stellen.

Mögliche Ziele einer gemeinsamen Besprechung sind dabei:

  • Transparenz und Verbesserung des Informationsflusses gewährleisten

  • Sicherheit für die neuen Aufgaben geben, indem gemeinsam entwickelte Maßnahmen gezeigt werden

  • Verteilung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten aufzeigen, Ansprechpersonen benennen

  • Rolle, Funktion und Aufgaben von Personen und Gremien klären

  • Klare Absprachen treffen

  • Sich über Grundsätze und Schwerpunkte der gemeinsamen unterrichtlichen und erzieherischen Arbeit in der Schule verständigen

  • Teamgedanken stärken

  • Störungen der Prozesse von außen abfangen und das Entwicklungsvorhaben wertschätzend nach innen tragen

Überlegungen zur Terminierung

Erste konzeptionelle Vorüberlegungen wurden bereits durch die Steuerungsgruppe bestehend aus beispielsweise motivierten Lehrkräften, Systemadministratoren, Teilen der Steuergruppe, Mitgliedern der Schulleitung und evtl. Elternbeiratsmitgliedern getätigt.

Dann ist es jetzt an der Zeit, eine Besprechung für die unterrichtenden Lehrkräfte zu planen, in der es ausschließlich um das Projekt „1:1-Klassen“ geht. Wichtig ist hierbei, im Vorfeld die Terminierung frühzeitig mit allen Beteiligten abzusprechen, um Kollisionen mit anderen wichtigen schulischen Veranstaltungen zu vermeiden. Denkbar wäre, die Einladung bereits im Schuljahr zuvor oder beispielsweise in der Schulanfangskonferenz auszusprechen. Der Abstand zwischen Projektbeginn und Besprechung sollte in keinem Fall zu groß werden. Die Dauer der Konferenz ist abhängig von der Fülle der zu besprechenden Punkte, welche je nach Schulart, jeweiliger Ausstattung und Vorerfahrungen stark voneinander abweichen kann. In jedem Fall ist es ratsam, einen Zeitpuffer für eine längere Fragerunde am Ende einzuplanen.

Impulse aus der Praxis

Im Folgenden erhalten Sie Beispiele von Besprechungen, die an einzelnen Pilotschulen durchgeführt wurden.

Beispiel 1: Lehrerkonferenz – Ablauf an der Johann-Turmair-Realschule Abensberg

  • Übersicht

    Als Einstieg in die Konferenz hat sich ein kurzer Überblick über die zu besprechenden Punkte bewährt.

  • Allgemeine Hinweise

    Für einen passenden Workflow ist es zweckmäßig, Dateienablagen zu vereinheitlichen und die Handhabung digitaler Bücher zu besprechen.

  • Regeln und Konsequenzen

    Moderner Unterricht erfordert eine Einführung, aber auch die Umsetzung klar kommunizierter neuer Regeln. Dies kann für die Bereiche in der Schule, auf dem Schulgelände, im Unterricht und auch für zu Hause geschehen. Ebenso ist es denkbar, Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Regeln zu vereinheitlichen und in der Konferenz vorzustellen.

  • Anlaufstellen bei Problemen

    Es empfiehlt sich, ein Team als Anlaufstelle für diverse Notfälle aufzustellen. Ebenso ist es sinnvoll, gemeinsame Regelungen bei vergessenen Passwörtern bzw. Login-Daten zu treffen. Auch die Einführung eines Helpdesks auf der gemeinsamen Schulplattform hat sich bewährt.

  • Ablauf der ersten Schulwochen

    Die geplante Durchführung der ersten Schulwochen sollte dem Kollegium vorgestellt werden, um die Planungsarbeiten der Lehrkräfte nicht zu durchbrechen.

  • Rahmenvereinbarungen

     Es erscheint ebenso ratsam, die Nutzung des digitalen Endgeräts für alle in Tabletklassen unterrichtenden Lehrkräfte verpflichtend festzuhalten, jedoch über die Art und den Umfang der Nutzung die Fachlehrkraft selbst entscheiden zu lassen. Im Zentrum der Nutzung sollte ein didaktisch-methodisch sinnvoller Einsatz des Geräts stehen. Alle Formen der Nutzung (zentral, unterrichtsbegleitend, punktuell) sollen möglich bleiben.

  • Ausblick mit internen Fortbildungsangeboten und weitere Termine

    Im Ausblick können schulinterne Hilfsangebote vorgestellt, aber auch auf weitere anstehende Termine hingewiesen werden.

  • Externe Angebote

    Neben den schulinternen Hilfsangeboten erscheint es zusätzlich empfehlenswert, auf die bekannten Fortbildungsplattformen hinzuweisen und gegebenenfalls bereits für die eigene Schulart und den eigenen Fortschritt passende Angebote zu präsentieren.

Beispiel 2: Reflexionsbaustein in der Konferenz

Ein Reflexionsbaustein innerhalb einer Konferenz hat mehrere Vorteile. Zum einen wird der frontale Vortragsstil unterbrochen und die Lehrkräfte werden zum Mitmachen und Mitdenken angeregt. Zum anderen ist es durch Leitfragen möglich, sich individueller Stärken aber auch Entwicklungsfeldern bewusst zu werden und so gezielter Hilfeangebote wahrzunehmen.

Mögliche Reflexionsfragen:

  • Welche Ziele verfolge ich mit der Verwendung des Tablets in meinem eigenen Unterricht?

  • Kann ich meine „klassischen“ Unterrichtsstrukturen und „bewährte“ Handlungsmuster hinterfragen, überdenken und verändern?

  • In welchem Umfang und in welchen Bereichen brauche ich Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen, die Projektleitung, die Schulleitung?

  • In welchen Bereichen der „Technik“ kenne ich mich bereits aus, in welchen nicht?

Beispiel 3: Lehrerkonferenz - Ablauf am Franz-Marc-Gymnasium

  • Tagesordnung

    Die Tagesordnung gibt einen Überblick über die zu besprechenden Punkte der Konferenz.

  • Zeitplanung

    Mittels einer digitalen Pinnwand können sowohl die Zeitplanung als auch Rahmenvorgaben vorgestellt werden und so die schrittweise Einführung der Nutzung von Tablets implementiert werden.

  • Wie funktioniert die Technik im Klassenzimmer?

    Ebenso ist es möglich, in der Konferenz eine kurze SchiLF einzubauen, um spezielle technische Aspekte allgemein zu besprechen.

  • Reflexionsbaustein der Regeln

    Vorstellung des Konzepts zur Erarbeitung und Umsetzung von Regeln.

  • Diskussionsfragen

    Wichtige Fragen werden abschließend im Plenum geklärt.

Beispiel 4: Mustertagesordnung

Diese Mustertagesordnung können Sie als Vorlage für die Erstellung einer an die eigenen Bedürfnisse angepasste Tagesordnung nutzen:

  1. Agenda/Tagesordnung

  2. Allgemeine Hinweise zur Arbeit in den 1:1-Klassen

  3. SchiLF (Technische Einführung, Vorstellung von zentralen (Lern-) Plattformen)

  4. Medienerziehung: Regeleinführung und Regelumsetzung

  5. Rahmenvereinbarungen (z.B. Heftführung usw.)

  6. Technisch-pädagogische Anlaufstellen für Lehrkräfte und Lernende

  7. Ablauf der ersten Schulwochen / Zeitplanung

  8. Erziehungspartnerschaft

  9. Ausblick (Fortbildungen, Termine, Schulungen der Schülerinnen und Schüler)

  10. Fragerunde

Weiterführende Informationsangebote

Um sich in Vorbereitung auf die Dienstbesprechung noch genauer über pädagogische Standards für die unterrichtliche Arbeit in den 1:1-Klassen zu informieren, können Sie den folgenden Beitrag nutzen:

Pädagogische Rahmenbedingungen für die 1:1-Ausstattung sinnvoll gestalten

Überlegungen und Praxisimpulse zu pädagogischen Rahmenbedingungen, um das Lernen mit digitalen Endgeräten zielführend zu regeln

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