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Konzept zur Einarbeitung der Lernenden in einem 1:1-Setting

Die digitalen Endgeräte für die Lernenden sind da und sollen nun im Unterricht eingesetzt werden. Welche gemeinsamen Schritte bieten sich an, damit die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Grundlagen im Umgang mit dem Gerät lernen? Ein vorher erstelltes Einarbeitungskonzept mit einem konkreten Zeitplan vereinfacht Lernenden wie auch Lehrenden den Einstieg in die neue Arbeitsform im 1:1-Setting. Dieser Artikel bietet verschiedene Vorlagen und Konzepte, die als Orientierung für die Ausgestaltung des eigenen Konzeptes zur Einarbeitung dienen können.

Verschiedene Personen klettern auf Bücherberge in Richtung einer Glühbirne

Ziele eines einheitlichen Einarbeitungskonzeptes für Lernende

Die Intention eines einheitlichen Einarbeitungskonzeptes ist es, dass sich alle Beteiligten auf einheitliche Grundlagen im Umgang mit dem Gerät verständigen und auf diese zurückgreifen oder aufbauen können. Dies erleichtert den Einstieg in die Arbeitsweise mit den neuen Geräten und erhöht die Akzeptanz für das 1:1-Ausstattungskonzept bei Lehrkräften, Lernenden und Erziehungsberechtigten.

Die Bausteine des Einarbeitungskonzeptes müssen geschickt im Schuljahresverlauf terminiert und verbindlich realisiert werden. Dabei ist auch die Frage zu klären, wer diese durchführt bzw. durchführen kann. Ist das Projekt an der Schule etabliert, können erfahrenere Schülerinnen und Schüler auch einen Teil der vorgesehenen Elemente übernehmen, um andere Lernende fit im Umgang mit den Geräten zu machen. Das Steuerungsteam konzipiert die relevanten Bausteine zur Einarbeitung und koordiniert deren Umsetzung. Wenn die einzelnen Inhalte und Schritte allen schriftlich zur Verfügung gestellt werden, führt das zu mehr Transparenz und letztlich auch Akzeptanz.

Drei Schulen, in denen sich einheitliche Konzepte bewährt haben, wurden zu ihrer Umsetzung befragt:

  • Peter, Gymnasium Nittenau

  • Christoph, Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien

  • Tanja, Gymnasium Kirchseeon

Planungsgrundlage für die Entwicklung von Einarbeitungskonzepten

Die dargestellten Beispiele zeigen, dass es sich in der Praxis bewährt hat, folgende Fragestellungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Einarbeitungskonzepten für Lernende in einem 1:1-Setting zu betrachten:

Schon vor der Beschaffung der Geräte sollten verschiedene Fragen zur Geräteeinrichtung geklärt werden, die entscheidend für die Konzeption der Anfangsstunden im Einarbeitungskonzept sind:

  • Übernehmen die Lernenden zu Hause die Geräteersteinrichtung oder werden diese zentral von der Schule über eine technische Lösung (z. B. MDM) eingerichtet?

  • Wie kann Problemen hier effektiv vorgebeugt werden (z. B. Elternabend zur Geräteeinrichtung, Bereitstellung von Tutorials, Terminierung des ersten Bausteins zur Einarbeitung nach der Geräteeinrichtung zum Troubleshooting etc.)?

  • Gibt es eine Liste mit verbindlichen Apps und Anwendungen? Wer installiert die Apps?

  • Müssen bestimmte Sicherheitseinstellungen am Gerät selbst vorgenommen werden? Gibt es dazu eine passende Anleitung oder Einweisung für die Erziehungsberechtigten?

Zunächst geht es darum, dass die Lernenden über einen sicheren Umgang mit dem Gerät verfügen und sich in zentrale medienerzieherische Themen wie Regeleinhaltung, Datenschutz und Persönlichkeitsrechte usw. einarbeiten. Die Vermittlung weiterführender Bedienkompetenzen wie die Nutzung digitaler Medien und Werkzeuge zur Information, Kommunikation, Produktion und Präsentation muss im Laufe des Schuljahres folgen.

  • Welche Kompetenzen werden sofort benötigt? Welche können im Laufe des Schuljahres vermittelt werden?

  • Welche Regeln müssen besprochen werden?

  • Wie werden Daten ausgetauscht?

  • Mit welchem Tool wird die Dateiablage organisiert?

  • Wird eine Lernplattform verbindlich genutzt?

  • Soll ein digitales Heft genutzt werden?

  • Welche medienpädagogischen Themen sind uns wichtig?

Eine ganz entscheidende Frage ist, wer die Einführung der Geräte übernimmt. Eventuell muss das Stundenplanungsteam vorher informiert werden, um entsprechende Stunden hierfür zur Verfügung zu stellen. Alternativ müssen alle Klassenlehrkräfte fortgebildet oder ein geeigneter Selbstlernkurs für die Lernenden konzipiert werden.

  • Kann jede Lehrkraft die Bausteine zur Einarbeitung übernehmen?

  • Müssen diese Kolleginnen und Kollegen selbst fortgebildet werden?

  • Können ältere Schülerinnen und Schüler bei der Vermittlung der notwendigen Inhalte und Schritte unterstützen?

  • Kann mit einem Selbstlernkurs gearbeitet werden? Wer unterstützt die Lernenden dabei?

  • Wer führt einzelne, fachspezifische Tools ein?

Um gleich zu Beginn des Schuljahres oder bewusst auch eher starten zu können, müssen für die einzelnen Elemente des Einarbeitungskonzeptes für Lernende frühzeitig Termine festgelegt und kommuniziert werden.

  • Wann im Schuljahresverlauf finden die Bausteine zur Einarbeitung statt?

  • Soll die Einführung nach normalem Stundenplan stattfinden und jede Fachlehrkraft führt in ihrem Unterricht in die Gerätenutzung ein oder gibt es extra dafür vorgesehene Stunden?

  • Finden die Einführungen in einer Woche oder über das ganze Jahr verteilt statt?

Damit alle Beteiligten immer auf dem gleichen Stand sind, bietet es sich an, das Konzept zu verschriftlichen und in geeigneter Form an das Kollegium sowie die Erziehungsberechtigten weiterzugeben. Des Weiteren sollte es bei Bedarf überarbeitet und angepasst werden.

  • Werden das Konzept und die Inhalte auf einer Lehrerkonferenz bekannt gegeben? Wer stellt es vor?

  • Wird ein verbindliches Skript mit den Inhalten dazu verfasst?

  • Wie werden die Erziehungsberechtigten darüber informiert?

  • Wie kann es evaluiert und ggf. angepasst werden?

Bewährtes aus der Praxis

  • Jonas und Svenja, Realschule Großostheim

    Selbstlernkurs für Lernende

    „Die Kinder in unseren 1:1-Klassen der Jahrgangsstufe 5 haben einen sehr unterschiedlichen Wissensstand bei der Bedienung von Tablets. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, innerhalb des IT-Unterrichts Materialien zum Selbstlernen zu nutzen. Die Lernenden erarbeiten anhand von Erklärvideos und dazu passenden Aufgaben die Funktionen ihres Tablets und bestimmen dabei selbst das Arbeitstempo.“ - Jonas, Realschule Großostheim

  • Schulungskonzept der Realschule Abensberg (modifziert)

    Zeitlichen Ablauf strukturiert sichtbar machen

    Die Timeline der Realschule Abensberg zeigt eine klare Struktur für das Konzept der Schule. Sie kann als Vorlage für die Erstellung einer eigenen Übersicht dienen. Die aufgeführten Inhalte und die Abfolge haben sich bereits über mehrere Jahre bewährt.

  • Glühbrinen über P2P-Logo
    © istock.com/phototechno (bearbeitet)

    Peer-to-Peer Konzepte einsetzen

    Schülerinnen und Schüler unterstützen sich oft gerne gegenseitig. Verfügt die Schule bereits über ein Peer-to-Peer Konzept, können diese Schülerinnen und Schüler auch gewinnbringend in ein Schulungskonzept integriert werden. Der folgende Beitrag zeigt, wie ein solches Konzept an der eigenen Schule eingerichtet werden kann.

  • Mehrere Menschen arbeiten an einer Pinnwannd
    © istock.com/Kudryavtsev Pavel (bearbeitet)

    Regeln hinterfragen und zu eigen machen

    Die Akzeptanz von Regeln steigt, wenn Lernende erkennen, dass diese das Zusammenleben erleichtern und für alle gelten. Wie man zu einer kreativen Auseinandersetzung mit den vereinbarten Regeln anleiten kann, zeigt folgender Arbeitsauftrag:

  • To-Do-Liste, junge Frau setzt Häkchen vor erledigte Aufgaben
    © istock.com/Yuliia Kutsaieva

    Checkliste und Elternbrief

    Sie benötigen eine Checkliste zum Einarbeitungskonzept? Sie möchten dazu begleitend einen Elternbrief versenden? Die folgenden bearbeitbaren Dateien können für Ihre Schule eine Grundlage sein:

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