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Elternabend zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft im 1:1-Setting

Die Geräte sind einsatzbereit, ein verbindlicher Rahmen für die Arbeit in den Klassen wurde in einer Lehrerkonferenz kommuniziert und die Lernenden haben die ersten Schulungstage durchlaufen. Wie empfinden die Erziehungsberechtigten das neue 1:1-Setting? Welche Informationen benötigen sie, um ihr Kind angemessen beim digitalen Lernen unterstützen zu können? Wodurch können Unsicherheiten beseitigt werden? Dieser Beitrag leistet Ihnen Hilfestellung bei der Planung eines Elternabends, der den Erziehungsberechtigten einen Einblick in die Unterrichtspraxis mit den neuen Geräten geben soll.

Vater sitzt mit seinen drei Töchtern im Wohnzimmer. Sie nutzen verschiedene digitale Endgeräte (Laptop und Smartphone).

Zeitpunkt und Zielsetzung des Elternabends

  • Mann mit Tablet in der Hand zeigt auf ein Whiteboard (mit dem DSDZ-Logo). Vor ihm sitzen zwei Personen mit Tablets vor ihnen auf dem Tisch
    © istock.com/EgudinKa (bearbeitet)

    Ein erheblicher Teil der Mediennutzung von Schülerinnen und Schülern findet im privaten Bereich statt. Daher kann eine nachhaltige Vermittlung von Medienkompetenz nur gelingen, wenn Schule und Elternhaus eng zusammenarbeiten. Wichtig sind hierbei Dialog, Kommunikation und Vernetzung zwischen diesen beiden Partnern. Nachdem die ersten Schritte mit den neuen Geräten im Unterricht gemacht wurden, ermöglicht ein Elternabend den Einblick in die Unterrichtspraxis im 1:1-Setting.

  • Mutter hilft Sohn bei Hausaufgaben am Laptop
    © istock.com/simplehappyart

    Für diesen Elternabend bieten sich folgende Schwerpunkte an:

    1. Unterstützung der Erziehungspartnerschaft mit Eltern bei Lern- und Arbeitsprozessen

    2. Unterrichtspraxis im 1:1-Setting für Eltern erlebbar machen

    3. Unterstützung der Erziehungspartnerschaft mit Eltern bei medienpädagogischen Fragen

Materialien zur Gestaltung des Elternabends

Die nachfolgenden Ausführungen können bei der Gestaltung eines Elternabends mit dieser Zielsetzung unterstützen. Darüber hinaus stehen folgende bearbeitbare Dokumente als Vorlagen zur Verfügung:

Unterstützung der Erziehungspartnerschaft mit Eltern bei Lern- und Arbeitsprozessen

Wo finde ich Materialien der Lehrkraft und Arbeitsergebnisse meines Kindes? An welcher Stelle werden Hausaufgaben und Schulaufgabentermine notiert? Wer hilft bei technischen oder medienerzieherischen Problemen? Diese und weitere Fragen seitens der Erziehungsberechtigten sind im Hinblick auf einen bevorstehenden Elternabend zu erwarten und bei der Planung entsprechend zu berücksichtigen:

Der Elternabend ist eine gute Gelegenheit, bereits eingeführte Regeln zu thematisieren und den Erziehungsberechtigten in diesem Zusammenhang Rückmeldung über das Verhalten der Klasse zu geben. Interessant sind hier insbesondere Vereinbarungen, die über die eigentliche Unterrichtszeit hinausgehen (z. B. nach 16 Uhr wird keine Erreichbarkeit seitens der Lernenden erwartet). Solche Regelungen ermöglichen es den Eltern, häusliche Mediennutzung pädagogisch sinnvoll einzuschränken.

Wo tippe, klicke, wische ich, um …?

Je nach Geräteklasse und Betriebssystem ist die Handhabung unterschiedlich. Zeigen Sie den Eltern die grundlegenden Funktionen (Ein- und Ausschalten, Anmeldung, Nutzung der Eingabegeräte, Erstellen von Screenshots, Bildbearbeitung etc.). Womöglich etablieren Sie an Ihrer Schule auch Anleitungen oder Tutorials, die den Erziehungsberechtigten dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.

Wie erlangen Erziehungsberechtigte Einblick auf Geräteinhalte?

Aus Gründen des Datenschutzes sollten die Lernenden ihr Gerät durch Passwörter, PINs, Entsperrmuster oder dergleichen schützen. Dennoch erscheint es wichtig, dass auch die Erziehungsberechtigten ihre Kinder bei der Nutzung der Geräte begleiten. In Abhängigkeit von der Altersstufe eines Kindes tragen sie die Verantwortung für die darauf befindlichen Inhalte. Aus rechtlicher Sicht sind Richtlinien für die Altersstufen 14 Jahre, 16 Jahre und 18 Jahre zu beachten. Deren genaue Umsetzung stellt dabei einen individuell unterschiedlichen Abwägungsprozess im Spannungsfeld von „altersgemäßer Kontrolle“ und „gegenseitigem Vertrauen“ dar. Die letztliche Entscheidung sollte jedoch in jedem Falle bewusst von den Erziehungsberechtigten getroffen werden.

Welche technischen Möglichkeiten und Einschränkungen werden genutzt?

Schülerinnen und Schüler merken schnell, welche technischen Möglichkeiten die Geräte bieten und welche Einschränkungen mittels Gerätemanagement vorgenommen wurden. Es erscheint daher ratsam, dass nicht nur ihnen, sondern auch den Erziehungsberechtigten der Nutzen eingeschränkter Funktionen während des Unterrichts erläutert wird.

Wie funktioniert die Organisation der schulischen Unterlagen?

Zeigen Sie bei Bedarf die Datei- und Ordnerstruktur auf dem Schülergerät auf. Auch Erziehungsberechtigte sollen – wie im Falle von analogen Heften oder Büchern – wissen, wo bei Bedarf Arbeitsprodukte oder Übungsmaterial zur Wiederholung zu finden sind.

Wo werden die Hausaufgaben und Schulaufgabentermine notiert?

Gibt es eine zentrale Plattform, bei der die Lehrkraft die Hausaufgaben und Schulaufgabentermine für die jeweilige Klasse einträgt oder notieren sich die Lernenden diese eigenverantwortlich? In beiden Fällen soll den Eltern bewusst sein, wo die zu erledigenden Hausaufgaben und wichtige Termine zu finden sind.

Gibt es eine digitale Heftführung?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Notiz-Apps zur digitalen Heftführung. In der Regel existiert auch hier eine fest vereinbarte Ordnerstruktur, die jedem Fach oder jeder AG einen Ordner mit gegebenenfalls weiteren Unterordnern zuweist. Erziehungsberechtigte können sich die Zeit nehmen und sich die Notizen ihres Kindes zeigen lassen.

Mit welchen Anwendungen wird im Fachunterricht gearbeitet?

Die Liste an Apps für den Bildungsbereich ist umfangreich und vielfältig. Eine Überfrachtung mit Inhalten ist am Elternabend allerdings zu vermeiden. Auch eine Technikschulung ist nicht das primäre Ziel. Es ist völlig ausreichend, wenige ausgewählte Anwendungen bzw. Apps und deren Nutzen für den Unterricht vorzustellen.

Wo finde ich technische Hilfestellungen zum Gerät (FAQ)?

Erziehungsberechtigte sollten bei technischen Problemen nicht alleine gelassen werden. Gibt es etwa einen FAQ-Bereich auf der Schulhomepage? Wer ist feste Ansprechperson an der Schule oder beim Sachaufwandsträger, wenn das Schülergerät nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert?

Wie läuft die Kommunikation ab?

Können Einzelfälle nicht ausreichend über allgemeine Angebote geklärt werden, sollten klare Kommunikationswege und Zuständigkeiten festgelegt werden. Beispielsweise könnten technische Fragen an eine Support-E-Mail-Adresse gerichtet werden, die von der Systembetreuung der Schule gepflegt wird. Klassenleitung oder Fachlehrkraft sind bei medienerzieherischen oder didaktischen Fragen über die gewohnten Sprechstunden erreichbar. Gibt es noch weitere Ansprechpersonen? Und wie kann im Bedarfsfall Kontakt zu diesen aufgenommen werden?

Die Fragen müssen nicht ausschließlich von Lehrenden beantwortet werden. Sind zentrale Abläufe bereits eingeübt, kann es gewinnbringend sein, wenn Schülerinnen und Schüler diese selbst vorstellen. Alternativ können Eltern das Gerät ihres Kindes auch zum Ausprobieren am Elternabend mitbringen.

Unterrichtspraxis mit 1:1-Setting für Eltern erlebbar machen

Die Einführung von mobilen Endgeräten im Rahmen einer 1:1-Ausstattung eröffnet viele neue Möglichkeiten im Unterricht. Die Erziehungsberechtigten haben häufig nur eine vage Vorstellung davon, wie digitale Medien in Schulen genutzt werden, um Lernprozesse zu fördern. Folglich bietet es sich im Rahmen eines Elternabends an, Einblicke in konkrete Unterrichtssituationen zu geben, bei denen digitale Endgeräte zum Einsatz kommen.

  • Mann fliegt in einem Ballon in Form einer Glühbirne und schaut mit einem Fernrohr in die Ferne
    © istock.com/treety

    Die Auswahl der Unterrichtsbeispiele

    Um ein möglichst breites Spektrum darzustellen, kann man sich bei der Auswahl der Beispiele an den Handlungsfeldern des 4K-Modells orientieren. Dieses formuliert vier Kompetenzen, die für Lernende im 21. Jahrhundert von herausragender Bedeutung sind: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken.

  • In unserer Präsentation finden Sie zahlreiche Anregungen für solche Beispiele.

    Weitere Ideen für die digitale Unterrichtsgestaltung finden Sie im Medienkompetenznavigator sowie auf mebis-teachSHARE.

  • Bildschirm mit mehreren Personen in einer Videokonferenz. Sie sprechen und chatten untereinander.
    © istock.com/AlisaRut

    Eine Umfrage an geeigneter Stelle der Veranstaltung sowie die Möglichkeit eines Feedbacks können die Partizipation erhöhen. Leicht kann so auch die Verbindung zum Unterrichtseinsatz hergestellt werden. Findet der Elternabend beispielsweise online über Visavid statt, können Abstimmungen mühelos erstellt, durchgeführt und die Ergebnisse präsentiert werden.

Unterstützung der Erziehungspartnerschaft mit Eltern bei medienpädagogischen Fragen

Ein Elternabend bietet die Gelegenheit, Eltern in deren Erziehungsauftrag auch im Hinblick auf die Medienerziehung zu bestärken. Darüber hinaus können passgenaue Informationsmaterialien verteilt werden. Ein Hinweis auf weitere schulische Informationsangebote zu diesem Thema kann ebenso erfolgen. In unserem Beispiel wurde das Thema „Medien in der Familie“ ausgewählt.

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