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Effektive Nutzung von Lernzeit

Effektive Nutzung der Lernzeit

Sorgfältig aufbereitete, leicht zugängliche digitale Materialien, kombiniert mit etablierten Routinen und vorab eingeübten Bedienkompetenzen, fördern einen effektiven Unterrichtablauf und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.

Notwendige Materialien sind vorbereitet und zugänglich.

Wie strukturieren Sie eine lernförderliche Materialbereitstellung (in der Lernumgebung bzw. Dateiablage)? Skizzieren Sie die gewählte Struktur! Wenn Sie ein digitales Heft verwenden, wie binden Sie dessen Nutzung lernförderlich ein?

  • Wählen Sie ein überlegtes Ablagesystem!

    „Für mich ist die systematische Bereitstellung der Dateien sehr wichtig. Wir haben eine einheitliche Ordnerstruktur auf zwei Ebenen vereinbart: einerseits die ‚Heftführung‘ durch ein Notizprogramm, andererseits einen Ablageort zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterial in einer einheitlichen Dateiablage/ Lernplattform. Die Heftführung erfolgt analog zum Aufbau der Lernplattform. Durch die festlegte Struktur ist immer klar, wo sich die jeweiligen Arbeitsmaterialien befinden.“

  • Benennen Sie Ihre digitalen Materialien einheitlich und nachvollziehbar!

    Ich achte stets darauf, alle Dateien und Dokumente logisch und einheitlich zu benennen (z. B. Jahrgangsstufe, Kapitel, Materialart, Namenskürzel, Datum etc.). So gewährleiste ich, dass sowohl ich als auch meine Schülerinnen und Schüler die benötigten Arbeitsmaterialien schnell finden und diese ggf. in der eigenen Struktur sinnvoll abspeichern können.“

  • Nutzen Sie das digitale Gerät nicht gleichzeitig für mehrere Anwendungen!

    „Für meinen Unterricht hat es sich als gewinnbringend erwiesen, Digitales und Analoges zu verbinden. Bei meinen Arbeitsanweisungen überlege ich mir immer ganz genau, wie die Schüler arbeiten sollen, damit auf keinen Fall ein Splitscreen am Tablet notwendig ist. Beispielsweise muss der haptische Umgang mit Stift, Lineal und Zirkel beim Konstruieren eingeübt werden. Das machen wir zunächst im herkömmlichen Heft. Durch verschiedene digitale Anwendungen werden die Möglichkeiten erweitert, z. B. sind dynamische Anpassungen von Konstruktionen in einer Geometriesoftware möglich. Generell überlege ich mir, welche Materialien im Printformat Sinn ergeben. Längere Fachtexte drucke ich oft aus, weil es den Lernenden leichter fällt, den Überblick zu behalten.“

Die Lernorganisation läuft routiniert und mit wenig Zeitverlust bei Übergängen.

Welche Erfordernisse entstehen, wenn Sie den Workflow und Unterstützungsbedarf aus Sicht der Schüler nachvollziehen?

  • Probieren Sie digitale Anwendungen und Materialien vor dem Einsatz aus!

    „Neue Programme sowie digitale Materialien wie z. B. Links oder QR-Codes teste ich vor der Freigabe, um technische Probleme frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich prüfe ich alle Inhalte in der Schüleransicht und achte darauf, dass Navigation, Videos und Verlinkungen klar, fehlerfrei und verständlich sind.“

  • Üben Sie die neuen Arbeitsabläufe mit den Lernenden ein!

    „Bei der Arbeit mit mobilen Endgeräten gehe ich zu Beginn kleinschrittig vor und greife auf das Vorwissen der Lernenden zurück: Wo finde ich die Datei, wie öffne ich sie und wo lege ich sie ab? Die Verwendung entsprechender Icons bei Arbeitsaufträgen unterstützen die Lernenden bei der Orientierung und erleichtern den Arbeitsprozess. Zudem muss ich bei der Unterrichtsplanung beachten, ob der Workflow für die Schülerinnen und Schüler funktioniert, d.h. ob sie z.B. mit dem von mir zur Verfügung gestellten Material parallel arbeiten können. Gegebenenfalls ist es einfacher, das Buch oder ein Arbeitsblatt in analoger Form vor sich liegen zu haben, als in einem geteilten Bildschirm nur jeweils Ausschnitte bearbeiten zu können.

    Ich plane Zeit dafür ein, mit den Lernenden wiederkehrende Arbeitsabläufe einzuüben und so den bestmöglichen Workflow zu erreichen.”

  • Erstellen Sie Arbeitsaufträge so, dass diese die erforderlichen Anwendungen berücksichtigen!

    „Durch die erweiterten Möglichkeiten der mobilen Endgeräte ist es in diesen Unterrichtssettings sehr wichtig, klare und genaue Arbeitsaufträge für einen reibungslosen Unterrichtsablauf zu formulieren. Meine Erfahrung zeigt, dass es notwendig ist, die Lernenden durch kleinschrittige Anweisungen bei der Durchführung des Arbeitsauftrages zu unterstützen. Diesen bespreche ich grundsätzlich, bevor Geräte eingesetzt werden, damit die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler gesichert ist. Zusätzlich kann der Einsatz von Lernvideos, interaktiven Grafiken und Schritt-für-Schritt-Anleitungen den Lernenden das Verständnis von Aufgabenstellungen erleichtern. Auch Screenshots können zur Veranschaulichung dienen und folglich kann jeder individuell im eigenen Tempo nachverfolgen, was zu tun ist.”

Alle Lernenden sind durchgängig mit Unterrichtsinhalten beschäftigt.

Wie ermutigen Sie die Lernenden, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen?

  • Übertragen Sie Verantwortung, indem Sie Lernräume erweitern!

    „Wir haben ein Stickersystem eingeführt, nach dem sich die Schülerinnen und Schüler Lernorte außerhalb des Klassenzimmers suchen können, damit sie konzentriert und zielgerichtet arbeiten können. Hier ist ein hohes Maß an Vertrauen und Eigenverantwortlichkeit vorausgesetzt. Um Lernenden regelmäßig Feedback zu Ihrem Arbeitsverhalten und sozialem Umgang auch im digitalen Raum zu geben, nutze ich Teile meiner Unterrichtsstunden für einen Austausch. Hier werden bei gutem Verhalten auch bessere Berechtigungen vergeben oder bei Verstößen wieder entzogen.”

  • Kommunizieren Sie einzuhaltende Fristen zur Bearbeitung und Abgabe einer Aufgabe deutlich!

    „Ich kommuniziere Abgabefristen für Arbeitsergebnisse, digitale Lernprodukte usw. bereits zu Beginn des Arbeitsauftrags, sodass die Schülerinnen und Schüler von Anfang an den zeitlichen Rahmen kennen. Bei längeren Projekten sammle ich häufig auch Zwischenergebnisse ein, um eine realistische Einhaltung der endgültigen Abgabefrist zu ermöglichen. Diese Meilensteine helfen den Schülerinnen und Schülern, ihre Arbeit besser zu strukturieren und Last-Minute-Stress zu vermeiden. Alle Teilaufgaben sind in unserer digitalen Lernumgebung organisiert und jederzeit abrufbar. Darüber hinaus erhalte ich als Lehrkraft Einblick in die Arbeitsfortschritte und kann bei Bedarf eingreifen und Hilfestellung leisten.“

  • Ermöglichen Sie selbstgesteuertes Lernen durch differenzierten und individualisierten Medieneinsatz!

    „Digitale Medien erlauben es mir, meinen Unterricht einfacher zu differenzieren und zu individualisieren. So kann ich den Lernenden unterschiedliche Zugänge zu den Lerninhalten ohne viel Aufwand anbieten, etwa über Texte, Videos, Audiodateien oder andere Visualisierungen. Gerne arbeite ich auch mit Lernpfaden. Dadurch ergibt sich automatisch eine Differenzierung nach der individuellen Lerngeschwindigkeit. Auf diese Weise sind die Schülerinnen und Schüler durchgehend sinnvoll beschäftigt, was insgesamt zu einem höheren Beschäftigungsgrad führt und Leerlauf reduziert.“

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