Lernpfade in der Lernplattform
Die Gestaltung einer Lernlandkarte ermöglicht ein weitgehend eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Sie übernehmen – v.a. in Bezug auf die zeitliche Einteilung – Verantwortung für ihren Lernprozess und trainieren in diesem Kurs, der durch die vorgegebenen Lernpfade eine hohe inhaltliche Steuerung vorgibt, selbstgesteuert zu lernen.
Vorteile der Lernplattform
Die Lernplattform mebis eröffnet eine Fülle an Funktionen, um selbstorganisiertes Lernen wirksam zu gestalten, anzuleiten und zu unterstützen. Es lassen sich vielfältige Materialien zur Erarbeitung neuer Themen bereitstellen und zudem können – abgestimmt auf Kompetenzniveau, Lerntempo und Interessen – weiterführende, lerneraktivierende Aufgaben automatisch freigeschaltet oder individuell zur Wahl gestellt werden. Ihr größter Vorteil liegt jedoch in der ständigen Transparenz über den Arbeitsstand der Lernenden, wodurch Lehrkräfte den Lernprozess äußerst präzise begleiten können. Neben der Möglichkeit, Unterstützungsangebote genau dort zu platzieren, wo sie gebraucht werden, erlaubt mebis zudem eine orts- und zeitunabhängige Einsicht in Schülerarbeiten – inklusive passgenauem, zeitnahem Feedback.
Informationen zur Unterrichtseinheit
Das folgende Unterrichtsbeispiel zeigt, wie direkte Instruktion in Form einer Lernlandkarte funktional in den Prozess des selbstgesteuerten Lernens integriert werden kann. Auf Phasen der präzisen Instruktion folgen selbstorganisierte Phasen, die auf Verständnis und Anwendbarkeit zielen.
Lerntempo
Reihenfolge (Modularisierung)
Pflicht- und Küraufgaben
Sozialform (EA und PA)
Aufbau des Lernpfades
Ankommen und Einstieg
Die folgenden Slides zeigen Ihnen ein Beispiel aus der Praxis, wie die Lernlandkarte im Unterricht eingesetzt werden kann.
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Einstiegsfolie
Zu Beginn der Unterrichtseinheit werden den Lernenden die Rahmenbedingungen kommuniziert. Die Vorgaben der Lehrkraft bedingen die (meta-)kognitive Planung von Lernzielen, Lernstrategien, Lernzeiten und Lernumgebungen auf Seiten der Schülerinnen und Schüler. Sie erfahren, welche Erwartungen an sie gestellt werden und welche Freiräume sie zur Verfügung haben. -
Advance Organizer: Grammar Down Under
Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt sind, erläutert die Lehrkraft, wie die Arbeit mit einer Lernlandkarte funktioniert (z. B. wann Aufgaben freigeschaltet werden) und wie die Lernlandkarte aufgebaut ist. -
Ablauf der Unterrichtsstunden
Rituale und Routinen geben Orientierung und Sicherheit. Daher empfiehlt es sich, alle Unterrichtsstunden in ähnlicher Weise ablaufen zu lassen. Um die Verbindlichkeit zu erhöhen und Noten zu machen, bietet es sich an, zu Beginn der Stunde kurze Tests durchzuführen (siehe nächste Folie). Im Anschluss erfolgt ein gemeinsamer Stundeneinstieg, indem die Lernlandkarte an die Wand projiziert wird und die Klasse befragt wird, was sie in der letzten Stunde gelernt haben. So wird die Neugierde für noch nicht entdeckte Bereiche der Lernlandkarte geweckt und Fragen, die sich ergeben, können gemeinsam geklärt werden, bevor wieder individuell weitergearbeitet wird. -
Tests am Anfang der Stunden
Die Schülerinnen und Schüler können jeweils am Anfang der Unterrichtsstunde zwischen den Tests zu den drei Themenkreisen (jeweils inkl. Vokabular) auswählen. Die Ergebnisse der drei Tests zusammen ergeben eine mündliche Note. Um ein nachträgliches Bearbeiten der Tests zu verhindern, kann man ein festes Zeitfenster einstellen, in welchem diese bearbeitet werden können und die Anzahl der erlaubten Versuche unter „Bewertung“ auf „1“ begrenzen. -
Differenzierung zu Beginn der Einheit
Die Arbeit mit der Lernlandkarte beginnt für die Schülerinnen und Schüler an einem gemeinsamen Startpunkt. Da die Anwendung der Vergangenheitsformen ein wiederkehrendes Schwerpunktthema im Englischunterricht ist, wird dem neuen Unterrichtsstoff eine (nach Lernstand differenzierte) Einheit zur Wiederholung der Zeiten vorangestellt. Diese ermöglicht es Lernenden, die sich bei der Verwendung der Zeiten noch unsicher fühlen, die entsprechenden Strukturen selbstständig zu wiederholen und zu festigen. -
Einheit: Australian English + German „lassen“
Diese Folie zeigt exemplarisch einen der drei Wege, den die Lernenden in diesem Unterrichtsbeispiel gehen, nachdem die Aufgaben zu den Zeiten bestanden wurden. Die roten Standorte mit den hinterlegten Aufgaben sind Pflicht, die mit lila Markierungen Kür.
Erarbeitung mit differenzierenden Aufgabenstellungen
In der Lernlandkarte werden verschiedene Lehr- und Lernmethoden variiert, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und die Konzentration zu steigern. Zudem unterstützt der Einsatz verschiedener Methoden die Rhythmisierung des Unterrichtsgeschehens.
Die folgenden Folien zeigen unterschiedliche Methoden/Aktivitäten, die im oben vorgestellten Beispiel zum Einsatz kommen. Es wechseln Phasen mit hohem Aktivitätsgrad der Schülerinnen und Schüler (z. B. H5P-Aufgaben, Tests, Forumseinträge), solche, in denen die Lernenden Informationen aufnehmen, sowie kreative und kollaborative Arbeitsphasen.
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Selbstständige Erarbeitung neuer Inhalte
Die Erarbeitung neuer Lerninhalte erfolgt über ein Erklärvideo, dessen Inhalt sich die Lernenden in ihrem eigenen Tempo erschließen können. Im Anschluss fassen sie die wichtigsten Inhalte zusammen. Dafür können ihnen bei Bedarf Hilfestellungen angeboten werden (z.B. Leitfragen, Tipps zur Darstellungsform etc.). Die Überprüfung des Verständnisses erfolgt in Form einer H5P-Aufgabe, sodass die Lernenden direkte Rückmeldung zur Richtigkeit ihrer Antworten erhalten. Je nach Schwierigkeitsgrad des neuen Lerninhalts könnten hier auch noch mehrere interaktive Übungen hinterlegt werden oder eine Differenzierung analog zu den Zeiten zu Beginn der Lernlandkarte eingefügt werden. -
Landeskundlicher Lerninhalt
Im Anschluss an die Grammatik beschäftigen sich die Lernenden mit einem landeskundlichen Thema: „Australian English“. Dieser Teil besteht aus einem Hörverstehen (Audio + Zuordnungsaufgabe) und Verlinkungen zu authentischen Videos und Podcasts auf YouTube. -
Die Aktivität „Forum“
Die verschiedenen H5P-Aktivitäten der Lernplattform ermöglichen ein abwechslungsreiches Üben neuer grammatikalischer Strukturen. -
Interaktive Inhalte (H5P-Aufgaben)
Die verschiedenen H5P-Aktivitäten der Lernplattform ermöglichen ein abwechslungsreiches Üben neuer grammatikalischer Strukturen. -
Interaktive Inhalte (H5P-Aufgaben)
Außerdem können einige H5P-Aktivitäten auch zur Erarbeitung neuer Lerninhalte und zur Ergebnissicherung eingesetzt werden. -
Kreative und kooperative Zusatzaufgabe
Auch medienproduktive Aufgaben können in der Lernlandkarte integriert werden (hier als Kür) und abgegeben werden. Durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand und die kooperative Erstellung von digitalen Lernprodukten (hier: ein kurzes Erklärvideo) wenden die Lernenden das zuvor erworbene Wissen an und vertiefen es.
Reflexion und Abschluss
FEHLT
Prozessbegleitend
Das weitgehend eigenverantwortliche und selbstständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler eröffnet der Lehrkraft neue Möglichkeiten, die Lernenden zu unterstützen. Es entsteht Raum, Lernprozesse zu beobachten, Schülerinnen und Schüler individuell zu beraten, Lernstrategien zu erläutern und Rückmeldungen zu Lernergebnissen zu geben.
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Die Rolle der Lehrkraft
Eine gelungene Klassenführung beruht auch im digitalen Setting auf einem positiven Lernklima, das von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Die Lehrkraft zeigt während der individuellen Arbeitsphasen im Unterricht Präsenz und die Lernenden nehmen - auch durch die digitale Begleitung - wahr, dass die Lehrkraft über ihre Lernprozesse Bescheid weiß und diese begleitet. Die lernförderlichen Interaktionen zwischen Lehrkraft und Lernenden fördern ein vertrauensvolles Verhältnis. -
Regeln
Zur Unterstützung der Selbstregulation und Selbstdisziplin ist auch ein konsequenter Umgang mit Störungen und eine transparente Kommunikation der geltenden Regeln notwendig. Zusammen mit den bereits beschriebenen Routinen sorgt die Lehrkraft so für einen möglichst störungsfreien Ablauf und eine effiziente Nutzung der Lernzeit. -
Scaffolding
Gerade beim eigenverantwortlichen Lernen kommt dem prozessbezogenen Feedback und bedarfsorientierten Hilfestellungen (Scaffolding) eine bedeutende Rolle zu. Neben den unbedingt notwendigen persönlichen Gesprächen während der Unterrichtszeit, bietet die Lernplattform verschiedene Möglichkeiten, die Lehrkraft dabei zu unterstützen. Bei der Aktivität „Fill in the Blanks“ können Scaffolding-Angebote in Form von zusätzlichen Tipps für die jeweilige Lücke gemacht werden. Beim zweiten Beispiel wurde mit der H5P-Aktivität „Image Hotspots“ gearbeitet, um Erklärungen zu den Zeiten anzuzeigen. -
Die Aktivität „Test“ zur Fehleranalyse
Tests geben der Lehrkraft Aufschluss darüber, wie gut die Schülerinnen und Schüler das Thema durchdrungen haben. Es können alle Ergebnisse nachverfolgt werden und eine recht detaillierte Fehleranalyse zeigt auf, wo noch Schwierigkeiten bestehen. -
Feedbackarten – verschiedene Interventionsebenen
Über die Tests zu Stundenbeginn und den Einsatz von interaktiven H5P-Aufgaben erhalten die Lernenden bereits kontinuierlich summatives Feedback. Eine wichtige Aufgabe der Lehrkraft besteht deshalb darin, die Lernenden durch formatives Feedback kontinuierlich und differenziert zu begleiten. Neben den konkreten Beobachtungen im Unterricht, liefert die Lernplattform dafür hilfreiche Informationen. -
Die Sitzordnung überdenken
Die Architektur und Gestaltung der Lernräume wirken sich unmittelbar auf das Lernen und das Verhalten der Lernenden aus. Je nach den räumlichen Bedingungen vor Ort bietet es sich an, den Lernort neu zu denken: Eine gute Beweglichkeit zwischen den Reihen im Klassenzimmer ist in diesem Lernsetting besonders wichtig, ebenso wie ausreichend Platz für Lernende, die zwischendurch Bewegung benötigen. Gleichzeitig kann (zuverlässigen) Schülerinnen und Schülern nach und nach mehr Freiraum bei der Wahl des Lernorts gewährt werden. So kann die Wahl des Lernorts auch Teil der Selbststeuerung der Lernenden sein. Voraussetzung hierfür ist eine klare Absprache über die erlaubten Aufenthaltsbereiche.