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Lernpfad Beispiel PPT

Die Gestaltung einer Lernlandkarte ermöglicht ein weitgehend eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Sie übernehmen – v.a. in Bezug auf die zeitliche Einteilung – Verantwortung für ihren Lernprozess und trainieren in diesem Kurs, der durch die vorgegebenen Lernpfade eine hohe inhaltliche Steuerung vorgibt, selbstgesteuert zu lernen.

Vorteile

Mulitmediale Lernumgebungen eröffnen eine Fülle an Funktionen, um selbstorganisiertes Lernen wirksam zu gestalten, anzuleiten und zu unterstützen. Es lassen sich vielfältige Materialien zur Erarbeitung neuer Themen bereitstellen und zudem– – abgestimmt auf Kompetenzniveau, Lerntempo und Interessen –differenzierende Aufgabenstellungen. Sind die Lerninhalte erst einmal verteilt, beginnt die Arbeit im Unterricht, wobei dann die verschiedenen digitalen und multimedialen Elemente zum Einsatz kommen. Ergebnisse können multimedial in der Lernumgebung dokumentiert werden. Aus technischer Sicht ist es möglich, Lernpfade mit diversen Präsentationstools oder allen anderen Anwendungen, die es erlauben, Bild, Ton, Videos und Links einzubinden, zu erstellen. Eine Alternative dazu bieten Lernplattform an.

Aus der Praxis

Information zur Unterrichtseinheit

Das folgende Unterrichtsbeispiel zeigt, wie direkte Instruktion in Form einer multimedialen Lernumgebung funktional in den Prozess des selbstgesteuerten Lernens integriert werden kann. Auf Phasen der präzisen Instruktion folgen selbstorganisierte Phasen, die auf Verständnis und Anwendbarkeit zielen.

  • Lernzeit

  • Lernort

  • Lernmethodik

Aufbau der Lernumgebung

Ankommen und Einstieg

Die folgenden Slides zeigen Ihnen ein Beispiel aus der Praxis, wie die Lernumgebung im Unterricht eingesetzt werden kann.

  • Einstieg

    Zu Beginn jeder Lernsequenz werden die Schülerinnen und Schüler direkt angesprochen. Das Thema wird hier noch nicht detailliert genannt, aber die Lernenden auf das Bevorstehende hingewiesen und eventuell auch allgemeine Hinweise zur Bearbeitung gegeben. Das Verwenden von neutralen Mimojis trägt dazu bei, dass Materialien innerhalb eines Kollegiums einfacher ausgetauscht werden können und die Lernpfade trotzdem eine individuelle Note bekommen.
  • Einstieg: Transparenz über Lernziele

    Wichtig bei einem Lernpfad ist, dass derjenige, der ihn durchläuft, wissen sollte, welche Kompetenzen er dabei erwirbt. Daher beschäftigen sich die Lernenden zunächst mit den Lernzielen für die Sequenz. Die Lernziele bleiben zudem während der gesamten Unterrichtssequenz als Plakat im Klassenzimmer sichtbar und dienen als eine Art von Selbstkontrolle beim Durchlaufen des Lernpfades.

  • Einstieg: Vorwissen aktivieren

    • Thema: Wortarten

    • Ziel: Die Lernenden aktivieren auf spielerische Art und Weise ihr Vorwissen zu den in der Grundschule erlernten Wortarten.

    • Material: Quiz

    Als Einstieg ins Thema wird das Vorwissen der Lernenden über ein Gamifikation Element aktiviert. Dazu folgen die Schülerinnen und Schüler dem Link und versuchen, das Quiz zu lösen.

    Das Vorzeigen der erreichten Ergebnisse bei der Lehrkraft gibt dieser einen Einblick in den aktuellen Lernstand der Klasse.

Erarbeitung mit differenzierenden Aufgabenstellungen

In der Lernumgebung werden verschiedene Lehr- und Lernmethoden variiert, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und die Konzentration zu steigern. Zudem unterstützt der Einsatz verschiedener Methoden die Rhythmisierung des Unterrichtsgeschehens. Die folgenden Folien zeigen unterschiedliche Methoden/Aktivitäten, die im oben vorgestellten Beispiel zum Einsatz kommen. Es wechseln Phasen mit hohem Aktivitätsgrad der Schülerinnen und Schüler (z. B. H5P-Aufgaben, Tests), solche, in denen die Lernenden Informationen aufnehmen, sowie kreative und kollaborative Arbeitsphasen.

  • Erarbeitung

    • Ziel: Nomen, ihr Genus, ihren Numerus und ihren Kasus sowie ihre Begleiter kennen.

    • Arbeitsauftrag: Schau dir das folgende Video an, indem du das Bild anklickst. Passe gut auf, im Video warten Fragen auf dich.

    • Material: Erklärvideos mit interaktiven Aufgaben

    • Aktivität: Fragen im Video beantworten.

    Für die Wissensvermittlung zu Beginn des Lernpfades wird eine direkte Instruktion über Erklärvideos verwendet. Diese können von den Lernenden beliebig oft geschaut werden, was auch für eine später Wiederholung von Vorteil ist. Damit das Video nicht nur konsumiert wird, sondern die Inhalte aufmerksam aufgenommen werden, werden die Filme mit interaktiven Aufgaben versehen, die auf den Inhalt des Videos eingehen.
  • Erarbeitung

    Die abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse wird der Lehrkraft gezeigt, um frühzeitigen Verständnisproblemen entgegenzuwirken.

  • Übung

    • Lernziel: Nomen, ihr Genus, ihren Numerus und ihren Kasus sowie ihre Begleiter richtig verwenden.

    • Material: Interaktive Übungen mit Bildergalerien zur Sicherung der Ergebnisse, Schreibaufgaben in Verbindung mit dem analogen Heft, Audioaufnahmen zur Erklärung von Zusammenhängen, Aufgaben im Lernpfad mit Stifteingabe

    • Verwendete Funktionen

      Audioaufnahmen

      Verbindung von Digitalem und Analogem

      Interaktive Aufgaben

      Stifteingabe (Folie als Arbeitsblatt)

    Im Anschluss an die Wissensvermittlung werden die erlernten Inhalte in verschiedensten Aufgabentypen angewandt und vertieft. Innerhalb der Aufgabenstellungen werden die Operatoren und Schlüsselbegriffe farbig hervorgehoben, um es den Lernenden zu vereinfachen, die Aufgaben zu verstehen und zu bearbeiten.

  • Beispiel Audioaufnahmen

    Mit Hilfe von Audioaufnahmen erklären Lernenden Zusammenhänge und Gedankengänge. Ihre Beobachtungen können sie mit Hilfe von Sprachaufnahmen ausführlicher, detaillierter und mit mehr Bezug zur gestellten Aufgabe dokumentieren und auch Gedankengänge während des Lösungsprozesses „visualisiert“ werden.

  • Beispiel Verbindung von Digitalem und Analogem

    Die Bearbeitung von Aufgaben muss in einem Lernpfad nicht zwingend nur digital stattfinden. An vielen Stellen kann es sogar deutlich einfacher sein, Aufgaben analog bearbeiten zu lassen. Eine saubere Strukturierung mit Hilfe von klar benannten Hefteinträgen ist dabei aber entscheidend, um eine Verknüpfung von Digitalem und Analogen sicherzustellen. Hierzu wird in der Aufgabenstellung detailliert beschrieben, wo und mit welcher Überschrift die Aufgabe zu erledigen ist.

  • Beispiel interaktive Aufgaben

    Interaktive Aufgaben bieten die Möglichkeit, Übungen mit einem direkten Feedback zu verknüpfen.

  • Beispiel Stifteingabe

    Bei der Abbildung eines Lernpfades in einer Präsentationssoftware bietet es sich immer an, kleinere Aufgaben mit wenig Schreibaufwand mit Hilfe der Stifteingabe bearbeiten zu lassen. So bleibt eine direkte Verknüpfung zum Lernpfad bestehen. Ein automatisiertes Feedback ist dabei aber nicht möglich und Lösungen müssen gegebenenfalls auf anderen Wegen zur Verfügung gestellt werden.

Reflexion und Abschluss

  • Reflexion und Abschluss: Gesamtwiederholung 

    Für die Gesamtwiederholung der Unterrichtssequenz bietet es sich an, ergänzende Aufgaben bereit zu stellen. Um den Arbeitsaufwand der Lehrkraft in einem angemessenen Rahmen zu halten, hilft es, passenden Angebote zum entsprechenden Thema aus dem Internet oder ergänzende, analoge Aufgaben, beispielsweise aus einem Arbeitsheft, zu nutzen.
Klassenführung

Prozessbegleitend

Das weitgehend eigenverantwortliche und selbstständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler eröffnet der Lehrkraft neue Möglichkeiten, die Lernenden zu unterstützen. Es entsteht Raum, Lernprozesse zu beobachten, Schülerinnen und Schüler individuell zu beraten, Lernstrategien zu erläutern und Rückmeldungen zu Lernergebnissen zu geben.

  • Rolle der Lehrkraft

    Eine gelungene Klassenführung beruht auch im digitalen Setting auf einem positiven Lernklima, das von Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Die Lehrkraft zeigt während der individuellen Arbeitsphasen im Unterricht Präsenz und die Lernenden nehmen - auch durch die digitale Begleitung - wahr, dass die Lehrkraft über ihre Lernprozesse Bescheid weiß und diese begleitet. Die lernförderlichen Interaktionen zwischen Lehrkraft und Lernenden fördern ein vertrauensvolles Verhältnis.
  • Lernorganisation

    Der Verlauf des Lernpfades wird in dieser Sequenz anhand der Abfolge der Seiten des Dokuments abgebildet. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten das Dokument also, beginnend bei der Seite 1 bis zum Ende. Eine Miniaturansicht der Seiten am Rand hilft, den Überblick zu behalten und bei Bedarf an eine bestimmte Stelle im Lernpfad zu springen.

  • Prozessbegleitend: Feedback und Ergebnissicherung

    Da die Lernenden innerhalb eines Lernpfades selbstständig arbeiten und eine Differenzierung vor allem durch die unterschiedliche Geschwindigkeit beim Durchlaufen der Aufgaben entsteht, ist es wichtig, den Lernstand der Schülerinnen und Schüler im Blick zu haben. Dies erfolgt jeweils nach Abschluss eines thematischen Blocks im Lernpfad. Auch hier werden interaktive Aufgaben verwendet, die unmittelbar Feedback liefern und die Lehrkraft bekommt mittels Screenshots Rückmeldung zu den Ergebnissen. Nur beim Bestehen der verschiedenen Tests, darf der Lernenden mit dem nächsten Abschnitt des Lernpfades beginnen.
  • Prozessbegleitend: Feedback und Ergebnissicherung

    Durch das Einfügen der Ergebnisse in den Lernpfad kann die Lehrkraft einfach den aktuellen Lernstand sehen und Schwächen auch frühzeitig ausmachen.

  • Prozessbegleitend: Feedback und Ergebnissicherung

    Ergänzend zu den interaktiven Aufgaben sollen die Schülerinnen und Schüler das erlernte Wissen des vorherigen Abschnittes im Lernpfad in einer Sprachaufnahme zusammenfassen. Dies dient dazu, die verschiedenen Lerntypen anzusprechen und einem Trail and Error Vorgehen bei den interaktiven Aufgaben entgegenzuwirken.
  • Störungsprävention: Regeln mit den Endgeräten

    Zur Unterstützung der Selbstregulation und Selbstdisziplin ist auch ein konsequenter Umgang mit Störungen und eine transparente Kommunikation der geltenden Regeln notwendig. Zusammen mit den bereits beschriebenen Routinen sorgt die Lehrkraft so für einen möglichst störungsfreien Ablauf und eine effiziente Nutzung der Lernzeit.

    „Innerhalb der Schulfamilie wurden verbindliche Regeln zur Nutzung der Tablets vereinbart, welche auch von allen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern beim Start der Arbeit mit den Endgeräten unterschrieben werden müssen. Um die wichtigsten Punkte für den Unterricht bei den Lernenden immer präsent zu haben, wurden die Regelungen als Plakate in allen Räumen der Schule aufgehängt.”

  • Störungsprävention: Lernorte festlegen

    Als zusätzlichen motivationalen Faktor habe ich ein Stickersystem eingeführt, nach dem sich Heranwachsende Lernorte außerhalb des Klassenzimmers suchen können, wenn sie konzentriert und zielgerichtet arbeiten wollen. Es stehen Sitzkissen bereit, die jederzeit verwendet werden dürfen, um beispielsweise am Boden sitzend auf dem Flur arbeiten zu können. Hier ist ein hohes Maß an Vertrauen und Eigenverantwortlichkeit vorausgesetzt, was aber nach meiner Erfahrung die Beziehungsebene zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften stärkt. 

Hinweise zur Umsetzung

 Bei der Umsetzung eines Lernpfades sollten Sie folgendes beachten:

  • Im Idealfall stellen Sie Ihren Schüler den gesamten Lernpfad zur Verfügung, damit diese in ihrem eigenen Tempo arbeiten können und somit für ihr eignes Lernen Verantwortung übernehmen.

  • Wichtig bei einem Lernpfad ist, dass derjenige, der ihn durchläuft, wissen sollte, welche Kompetenzen er dabei erwerben soll. Daher sollten Sie die Lernziele transparent darstellen.

  • Geben Sie den Schülerinnen und Schülern grobe Ziele für ihren Fortschritt innerhalb das Lernpfades.

  • Zu Beginn jeder Unterrichtseinheit sollten Sie auf eventuelle Stolpersteine und technische Hürden innerhalb des Lernpfades hinweisen.

  • Aufgaben mit automatisiertem Feedback eigenen sich besonders gut für Lernpfade, da diese eine Selbstkontrolle der Lernenden ermöglichen.

  • Sie sollten in Ihren Lernpfad immer wieder Punkte einbauen, an denen die Schülerinnen und Schüler ihren Lernfortschritt bei Ihnen ausweisen müssen. So behalten Sie einen Überblick über den Fortschritt der einzelnen Lernenden und können Schwierigkeiten frühzeitig erkennen.

  • Treten bei zahlreichen Schülerinnen und Schülern Probleme an der gleichen Stelle auf, unterbrechen Sie das selbstständige Lernen und besprechen Sie die Schwierigkeiten im Plenum.

  • Haben Sie für sehr schnell arbeitende Lernende alternative oder zusätzliche Aufgaben parat. Diese Schülerinnen und Schüler können auch als Lernpaten eingesetzt werden.

Verlinkungen

Lernpfade

Templates (Taskard Jonas)

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