Zu Inhalt springen Zu Fußbereich springen

KI-gestütztes Feedback im Überblick

Wie funktioniert KI-gestütztes Feedback?

Ein KI-System analysiert ein Lernprodukt, z. B. einen Text, eine von einem Schüler bzw. einer Schülerin erstellte Antwort oder Argumentation, anhand von Kriterien, die zuvor von der Lehrkraft hinterlegt wurden, und gibt auf dieser Basis eine Rückmeldung. Je nach Konfiguration kann diese Rückmeldung zum Lernprodukt geben und konkrete Hinweise zur Weiterarbeit enthalten. Ob die Rückmeldungen tatsächlich lernunterstützend sind, hängt dabei sowohl von der gewählten KI-Anwendung als auch von der Qualität der zugrundeliegenden Kriterien ab.

Mögliche Einsatzszenarien im Lernprozess

KI-gestütztes Feedback lässt sich auf unterschiedliche Weise in den Unterricht integrieren, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt im Lernprozess und mit welchem Ziel eine Rückmeldung sinnvoll ist. Die drei folgenden Szenarien zeigen exemplarische Ansätze.

  • Szenario A: Zwischenfeedback vor der Abgabe

    Die Lernenden reichen einen Zwischenstand ein, erhalten KI-generiertes Feedback und überarbeiten ihr Produkt, bevor sie die finale Version einreichen. Im Mittelpunkt steht der Lernprozess: Durch die gezielte Überarbeitung können die Lernenden ihr Verständnis vertiefen, Schwächen selbst erkennen und die Qualität ihres Endprodukts eigenverantwortlich steigern. Gleichzeitig kann die Lehrkraft die gewonnene Zeit für individuelle Begleitung und gezielte Rückmeldungen nutzen.

    Erstellt mit Nano Banana 2 am 30.4.2026

    Geeignet für: Lernprodukte mit klaren Bewertungskriterien, insbesondere Texte, Argumentationen, Präsentationen, Protokolle

    Wichtig: Lernende dokumentieren ihre Überarbeitungen: Was wurde geändert? Warum?

  • Szenario B: Begleitendes Feedback während des Lernprozesses

    KI-generierte Rückmeldungen lassen sich flexibel in den Lernprozess integrieren. Das kann beim Üben, an einem Zwischenergebnis oder direkt nach einem Arbeitsschritt geschehen. Dadurch erhalten Lernende im laufenden Arbeitsprozess Orientierung, ohne auf die nächste Unterrichtsstunde warten zu müssen.

    Erstellt mit Nano Banana 2 am 30.4.2026

    Geeignet für: Schreibprozesse, Rechercheprojekte, offene Aufgabenformate

    Wichtig: KI-generiertes Feedback begleitet den Lernprozess. Die Beurteilung von Leistungen ist davon zu trennen und liegt in der Verantwortung der Lehrkraft.

  • Szenario C: KI-generiertes Feedback als Gesprächsgrundlage

    KI-generiertes Feedback wird von Lehrkraft und Lernenden gemeinsam besprochen, im Einzelgespräch oder im Klassenplenum. Die Rückmeldung wird hinterfragt, eingeordnet und weiterentwickelt. Dieses Szenario fördert gleichzeitig die KI-Kompetenz der Lernenden, da fehlerhafte oder unzureichende Rückmeldungen aufgedeckt und diskutiert werden können.

    Erstellt mit Nano Banana 2 am 30.4.2026

    Geeignet für: Einstieg in eine Feedbackkultur, Förderung von KI-Kompetenz

    Wichtig: Die Lehrkraft moderiert. KI-generiertes Feedback ist Ausgangspunkt zur Reflexion und Diskussion.

Grundlagen wirksamen Feedbacks und ihre Bedeutung für KI

Für KI-gestütztes Feedback gelten dieselben Qualitätsanforderungen wie für jede andere Form lernwirksamer Rückmeldung. Leitend sind die drei Fragen nach Hattie und Timperley (2007).

Der Unterschied zu anderen Feedbackformen liegt nicht im Ziel, sondern in der Bedingung: Was eine Lehrkraft im direkten Kontakt situativ einbringt, muss beim Einsatz von KI-Anwendungen explizit vorgedacht werden. Voraussetzung ist daher, dass Lehrkräfte die gewählte Anwendung entsprechend mit einer präzisen Aufgabenstellung, einem klar formulierten Kriterienraster oder einer Rollenbeschreibung konfigurieren. Auch eine Kombination ist möglich. Je konkreter diese Vorgaben sind, desto differenzierter fällt das Feedback aus. Allerdings sollte bedacht/beachtet werden, dass zu umfangreiche Rückmeldungen Lernende überlasten können.

Stärken und Grenzen von KI-gestütztem Feedback

Beim Einsatz von KI-gestütztem Feedback ist abzuwägen, wann eine Rückmeldung durch eine KI-Anwendung sinnvoll eingesetzt werden kann und wo menschliches Feedback unverzichtbar bleibt.

Was KI-generiertes Feedback kann

  • Skalieren: Alle Lernenden können gleichzeitig individuelle Rückmeldungen erhalten.

  • Zeitunabhängige Verfügbarkeit: Lernende können ihre Lernprodukte außerhalb der Unterrichtszeit einreichen und überarbeiten.

  • Mehrere Überarbeitungsschleifen: Lernende können ihren Text beliebig oft einreichen, überarbeiten und erneut einreichen. Dabei können sie ihren eigenen Entwicklungsfortschritt verfolgen.

  • Zeitgewinn für Lehrkräfte: Wenn Lernende KI-gestütztes Feedback selbstständig einholen, hat die Lehrkraft mehr Zeit für vertiefte Gespräche und individuelle Begleitung.

  • Hemmschwelle senken: Manchen Lernenden fällt es leichter, Rückmeldungen einzuholen, wenn diese nicht persönlich bewertet werden. Das kann dazu beitragen, dass sie offener mit eigenen Schwächen umgehen.

Grundsätzlich gilt: Voraussetzung für eine sinnvolle Nutzung KI-gestützter Überarbeitungsschleifen ist, dass Lernende grundlegende Fähigkeiten zur Selbststeuerung mitbringen oder gezielt darin eingeführt werden.

Weitere Informationen zum selbstgesteuerten Lernen folgen in Kürze.

Was KI-generiertes Feedback nicht kann

  • Wahrgenommene Beziehungsarbeit: Studien zeigen, dass sich KI-generiertes und menschliches Feedback sich in ihrer Wirkung auf den Lernfortschritt kaum voneinander unterscheiden. Beim Engagement ist das jedoch anders. Lernende investieren deutlich mehr Zeit und Mühe, wenn sie glauben, dass ein Mensch ihre Arbeit wirklich gesehen hat. Wie Lernende Feedback bewerten, hängt zudem davon ab, wem sie es zuschreiben. Wer glaubt, eine Lehrkraft habe seine Arbeit gelesen, nimmt das Feedback anders wahr als jemand, der weiß, dass es KI-generiert wurde. Entscheidend für die Wirkung ist also nicht die Herkunft der Formulierung, sondern die Beziehung, die dahintersteht.

  • Den überfachlichen Kontext kennen: Eine KI-Anwendung kann weder die Klassensituation noch die persönlichen Umstände oder den aktuellen Unterrichtsstand einbeziehen.

  • Fehlerfreie Rückmeldung garantieren: KI-Systeme können irren. Sie beanstanden mitunter richtige Dinge oder bestätigen falsche, insbesondere bei komplexen Themen. Ihre Zuverlässigkeit variiert je nach Fach, Aufgabentyp und gewähltem Sprachmodell erheblich. Deshalb sollte KI-generiertes Feedback immer von der Lehrkraft geprüft werden, bevor es an die Lernenden weitergegeben wird.

  • Kreative Arbeiten vollständig erfassen: Innerhalb definierter Kriterien funktioniert KI-Feedback auch bei gestalterischen Aufgaben. Was aktuellen Systemen jedoch fehlt, ist das Urteilsvermögen für Ergebnisse, die Konventionen bewusst überschreiten – also genau jene Qualitäten, die kreative Arbeit auszeichnen.

  • Pädagogische Verantwortung übernehmen: Entscheidungen über Förderung, Benotung und Lernbegleitung müssen stets bei der Lehrkraft liegen.

KI-gestütztes Feedback ist kein Selbstläufer. Damit es das Lernen unterstützt, ist eine klare pädagogische Rahmung notwendig: präzise Kriterien, eine gezielte Einführung der Lernenden in die Nutzung und eine Lehrkraft, die die Rückmeldungen prüft, einordnet und bei Bedarf korrigiert. Nur gut vorbereitet kann KI das menschliche Feedback wirkungsvoll ergänzen.

Angebote des Freistaats Bayern

Seit Dezember 2025 stellt der Freistaat Bayern zwei qualitätsgeprüfte KI-Anwendungen für alle Schulen bereit: die KI-Funktionalitäten in der ByCS-Lernplattform sowie den Schul-Chatbot AIS.chat des FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht). Mit den beiden Systemen stehen allen Schulen in Bayern zeitgemäße, sichere und pädagogisch sinnvolle KI-Werkzeuge kostenfrei zur Verfügung.

Die KI-Angebote im Überblick

KI-Funktionalitäten in der ByCS-Lernplattform

In der Lernplattform der BayernCloud Schule sind leistungsfähige KI-Werkzeuge integriert:

  • Chatbot und Generierfunktionen: Erstellen von Texten, Bildern und Audios direkt im Kursraum.

  • Unterstützung für Lehrkräfte: Differenzierte Aufgaben, Feedbackvorschläge, Anpassung von Materialien – ohne zusätzliche Logins.

  • Unterstützung für Schülerinnen und Schüler: Nutzung der KI-Funktionalitäten bei Aufgabenbearbeitung und zur Einholung von Rückmeldungen.

  • KI-Kontrollzentrum: Präzise Steuerung von Funktionen, Zeitfenstern und Freigaben für Klassen.

Weitere Informationen zu den KI-Funktionalitäten in der ByCS-Lernplattform: KI-Integration in die ByCS-Lernplattform in klickpunkt-schule

Überblick: Im Selbstlernkurs “KI-Integration in die Lernplattform der BayernCloud Schule“ der ALP Dillingen bekommen Sie einen Überblick über die Anwendung und Funktionen der KI-Integration.

Der Schul-Chatbot AIS.chat

Der vom FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) entwickelte Chatbot AIS.chat ermöglicht einen einfachen Einstieg in das Arbeiten mit KI-Systemen. Er ist für den Einsatz im Unterricht konzipiert und bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu KI-Systemen. Da AIS.chat vollständig browserbasiert funktioniert, ist keine zusätzliche Installation erforderlich. Der Zugang erfolgt unkompliziert über einen von der Lehrkraft bereitgestellten Link, wodurch die Nutzung direkt im Unterricht möglich ist. Damit eignet sich AIS.chat zur Vermittlung grundlegender Kenntnisseim Umgang mit KI.

Verfügbarkeit: AIS.chat wird über die Schulleitung über VIDIS freigeschaltet und ist direkt über die ByCS erreichbar. Eine Anleitung zur Freischaltung findet sich hier.

Überblick: Im Selbstlernkurs “Lernen und Arbeiten mit KI: Einführung in telli als schulische KI-Anwendung“ der ALP Dillingen bekommen Sie einen Überblick über die Anwendung und Funktionen von AIS.chat.

Weitere Artikel zu diesem Kapitel

Zur Übersicht
Zu Seitenstart springen