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Qualitätssicherung bei KI-gestütztem Feedback

Damit KI-generiertes Feedback tatsächlich lernunterstützend wirkt, ist mehr erforderlich als ein gut konfiguriertes System. In der Praxis haben sich die folgenden Faktoren als nützlich erwiesen.

Gelingensbedingungen

KI-generiertes Feedback ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Kriterien. Vage oder fehlende Vorgaben führen zu oberflächlichen oder falschen Rückmeldungen.

Das Kriterienraster kann beispielsweise gemeinsam mit den Lernenden erarbeitet oder ihnen vorab transparent kommuniziert werden. Es dient dann als Orientierung für den Lernprozess und als Grundlage für das spätere Feedback.

Lernende müssen erst lernen, mit KI-generiertem Feedback umzugehen. Sie benötigen eine Einführung, die ihnen zeigt, wie sie KI-Rückmeldungen lesen und einordnen können und wie sie sich von Rückmeldungen einer Lehrkraft unterscheiden.

Die Reflexionsfrage „Was übernehme ich – und warum?” eignet sich als fester Bestandteil der Überarbeitung.

Eine Einführung in den Umgang mit KI bietet der KI-Kompass, ein Teil des digitalkompass.schule .

KI-Systeme können irren. Vor allem bei unklaren Aufgabenstellungen oder fehlenden Kontextinformationen sind Fehler und Inkonsistenzen möglich.

Lehrkräfte sollten KI-generiertes Feedback daher immer stichprobenartig prüfen, bevor es erstmals bei Schülerinnen und Schülern eingesetzt wird, und den Prompt bei Bedarf nachschärfen.

Mögliche Verzerrungen und typische Fehlerquellen werden im Artikel “Verzerrungen” in klickpunkt.schule näher erläutert.

Auch in KI-gestützten Lernumgebungen ist das direkte Gespräch zwischen Lehrkraft und Lernendem der effektivste Feedbackkanal. Die Nutzung von KI-Anwendungen entlastet insbesondere bei stark kriteriengeleiteten Arbeitsaufträgen und den daraus resultierenden Produkten.

Die gewonnene Zeit kann dann gezielt für pädagogische Arbeit eingesetzt werden.

Ohne entsprechende Konfiguration sind KI-generierte Rückmeldungen oft sehr ausführlich, was jedoch nicht bedeutet, dass Lernende diese auch verarbeiten können. Es empfiehlt sich daher, die Antwortlänge im Prompt vorzugeben.

Zusätzlich ist eine didaktische Rahmung sinnvoll und sollte folgende Punkte umfassen:

  • klare Zeitfenster für die Auseinandersetzung mit dem Feedback,

  • definierte Aufgaben zur Bearbeitung der Rückmeldungen,

  • gezielte Auswahl, welche Hinweise die Lernenden tatsächlich aufgreifen sollen.

KI-generiertes Feedback sollte dabei nicht als Ersatz für bewährte Feedbackstrategien verstanden werden, sondern als eine von mehreren Möglichkeiten.

Rechtlicher und pädagogischer Rahmen

Der Einsatz von KI im Feedbackprozess betrifft Persönlichkeitsrechte von Minderjährigen, datenschutzrechtliche Anforderungen sowie grundlegende pädagogische Fragen.

Rechtlich

  • Nur DSGVO konforme Anwendungen verwenden

  • Keine personenbezogenen Daten eingeben

  • Erziehungsberechtigte informieren

  • Schulinterne Nutzungsvereinbarungen entwickeln
    (in Abstimmung mit Schulleitung, Datenschutzbeauftragten und Kollegium)

Pädagogisch

  • KI-generiertes Feedback als Ausgangspunkt verstehen

  • Kritische Reflexion bei den Lernenden fördern

  • KI-Kompetenz mit Lernenden entwickeln

  • Verantwortung für Förderung und Benotung bleibt bei der Lehrkraft

  • Transparenz gegenüber Lernenden herstellen

Beispielformulierung für einen Transparenzhinweis

„Diese Rückmeldung wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von mir, [Name der Lehrkraft], geprüft und bei Bedarf angepasst."

Weiterführende Materialen

Auf klickpunkt.schule stehen Unterstützungsmaterialien bereit. Eine Einführung in den verantwortungsvollen Umgang mit KI bietet der KI-Kompass des digitalkompass.schule. Für Lehrkräfte und Schulleitungen stehen Materialien für Elternabende, Elternbriefe und Argumentationshilfen zur Verfügung, für Erziehungsberechtigte FAQs, ein Informationsflyer und weiterführende Links.

KI-Kompass

Der KI-Kompass bietet Schülerinnen und Schülern eine altersgerechte Einführung in den verantwortungsvollen Umgang mit KI-Anwendungen - ein Teil des digitalkompass.schule.

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