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Unterstützung digitaler Medien zur Variation der Lernaktivität

Überblick

Digitale Medien tragen durch die Variation der Lernaktivitäten zur Motivation bei

Digitale Medien erweitern die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Unterrichtsinhalten, indem Methoden, Sozialformen und Aufgabenstellungen flexibel an die Voraussetzungen der Lernenden und die Anforderungen des Lerngegenstandes angepasst werden können. Dabei unterstützen sie sowohl lehrerzentrierte Unterrichtsformen als auch solche, die die Selbstorganisation der Schülerinnen und Schüler fördern, z. B. durch die Auswahl von Zielen, Inhalten und Methoden. Sie unterstützen damit einen Unterricht, welcher der Heterogenität der Lernvoraussetzungen, des Stoffs und der zu erreichenden Bildungszielen gerecht werden will. Die Potenziale digitaler Medien liegen dabei insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Zugang zu einer Vielzahl von Lernressourcen und -materialien (vereinfachte Bereitstellung)

  • Kopplung von sprachlichen und nichtsprachlichen Angeboten der mentalen Repräsentationen (grafisch-bildlich-visuell, Modelle, grafische Strukturierungsformen, Bewegung), um das Verständnis zu fördern

  • Möglichkeiten zur Differenzierung des Lernangebotes (durch Aufgaben) (Brägger Steiner)

  • Vielfältige Feedback- und Unterstützungsmöglichkeiten im individuellen Lernprozess.

Aus der Praxis

Zugang zu einer Vielzahl von Lernressourcen und -materialien (vereinfachte Bereitstellung)

  • Videos, die als Ergänzung zu den Lehrmaterialien eingesetzt werden, ermöglichen es, komplexe mathematische Konzepte sowohl visuell als auch auditiv zu vermitteln. Zudem können Schüler diese Videos auch außerhalb des Unterrichts nutzen, um Lerninhalte selbstständig zu wiederholen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. Es steht eine große Auswahl an Videos zur Verfügung, und sie können zudem mit den Bordmitteln mobiler Endgeräte einfach erstellt werden.

  • Schulbücher mit digitalen Lösungen

    Annotieren, markieren. Lösungen in die Materialerstellung verwenden

  • Onlineübungen im Mathematikunterricht bieten Schülern die Möglichkeit, jederzeit und überall zu lernen, sodass sie in ihrem eigenen Tempo arbeiten können. Die Übungen bieten unterschiedliche Schwierigkeitsniveaus und geben sofort Rückmeldungen, damit sie Fehler schnell erkennen und verstehen. Auch Lehrer können den Fortschritt der Schüler leicht nachverfolgen und gezielte Unterstützung anbieten.

  • Verschiedene Medien können problemlos über digitale Lernumgebungen wie Lernplattformen, Pinnwände, Cloudlösungen und QR-Codes in den Unterricht integriert werden, wodurch sie für die Lernenden leicht auffindbar und eine effiziente Nutzung der Lernzeit gewährleisten.

  • Digitale Medien ermöglichen es, Ergebnisse zu sicher und kollaborativ daran weiterarbeiten

Verbindung von sprachlichen und visuellen Angeboten, um das Verständnis zu unterstützen.

Kopplung von sprachlichen und nichtsprachlichen Angeboten der mentalen Repräsentationen (grafisch-bildlich-visuell, Modelle, grafische Strukturierungsformen, Bewegung), um das Verständnis zu fördern

  • Die dynamische Variation von Zeichnungen unterstützt das, für das Verstehen notwendige, Ausbilden von Grundvorstellungen.

  • Verbindung aller drei Darstellungsformen in den interaktiven dynamischen Arbeitsblättern.

  • Grafische Strukturierungsformen in vielfältigen Einsatzformen: (Mindmap, Concept Map, Zeitleisten, Tabellen, …) Sachinhalte erarbeiten und ihre logische Struktur darstellen, Struktur eines Themenbereiches vor seiner Erarbeitung im Überblick darstellen, Wissensvoraussetzungen aktivieren,

Möglichkeiten zur Differenzierung des Lernangebotes (durch Aufgaben)

Nach Brägger und Steiner () können Aufgaben mit digitalen Medien nach vielfältigen Gestaltungsprinzipien differenziert und für individuelle und kooperative Lernwege geöffnet werden.

  • Selbständigkeit

    Digitale Medien ermöglichen die Erstellung neuer Aufgabenformate, die das selbstständige Arbeiten fördern. Ein Beispiel sind Lernpfade mit integrierten Onlineübungen, die es dem Lehrer erleichtern, den Fortschritt der Schüler zu verfolgen und gezielte Unterstützung anzubieten.

  • Lernzugang

    Digitale Medien eröffnen unterschiedliche Zugänge, Representation- und Darstellungsformen sowie Denk- und Lernwege.

  • Lernvoraussetzungen und Anspruchsniveau

    Digitale Medien ermöglichen es, Aufgaben in Bezug auf die Qualität und das Anforderungsniveau individuell anzupassen. Zudem können schwierigere Aufgaben angeboten werden, die jedoch mehr Unterstützung bieten, um den Lernenden zu helfen, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

  • Verarbeitungstiefe und Aufgabenschwierigkeit

    Anderseits können Aufgaben in unterschiedlichen Verarbeitungstiefen zur verfügungsgestellt, die Lernende in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erarbeiten können (Hier zeichnen statt berechnen).

  • Quantität

    Aufgaben können auch unterschiedlich nach der Anzahl der geforderten Leistungen angepasst werden. Je nach Lerntempo oder Fähigkeiten erhalten die Schüler mehr oder weniger Aufgaben. Dies lässt sich zum Beispiel bei Onlineübungen leicht umsetzen.

  • Persönliche Lernzeit und individuelles Tempo

    Digitale Medien unterstützen asynchrone Lernprozesse, indem sie individuelles Vor- und Nacharbeiten sowie entdeckendes Lernen fördern. Schüler können beispielsweise Videos anhalten, zurückspulen und schwierige oder interessante Passagen wiederholt ansehen oder anhören, was Selbstkontrolle und Selbstregulation von Lerntempi und Verarbeitungstiefen ermöglicht.

  • Kooperationskompetenz

    Viele digitale Medien sind darauf ausgelegt, Zusammenarbeit und Kommunikation zu fördern. Sie ermöglichen es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten oder in geschützten Bereichen Präsentationen zu halten und Kommentare abzugeben. Dadurch unterstützen sie das gemeinsame Bearbeiten von Aufgaben und die Durchführung von Aktivitäten in verschiedenen Sozialformen

  • Bearbeitungsweise

    Kreative Aneignungsformen im analogen und digitalen bei gestalterischen Aneignungsformen

  • Grundansprüche und erweiterte Ansprüche/ Pflicht und Kür/Lernziele, Kompetenzstufen,

    Mithilfe digitaler Medien ist es einfach Aufgaben nach Grund- und erweiterten Ansprüchen zu gruppieren. Aufgabensets, die verschiedene Kompetenzniveaus ansprechen, ermöglichen es Lernenden, frei zu wählen, welche Aufgaben sie bearbeiten möchten. Das Erreichen grundlegender Kompetenzen kann dokumentiert und für Lernende sichtbar gemacht werden.

  • Interessen

    Ausweitung der Themen und Lernprodukte

Die Abwechslung der Lernaktivitäten durch den Einsatz digitaler Medien, verbunden mit einer häufig höheren Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern, kann so eine Steigerung der Motivation ermöglichen. Gleichzeitig helfen geeignete Unterstützungsangebote, Über- und Unterforderung zu vermeiden, wodurch ein nachhaltiges Interesse und ein erhöhtes Durchhaltevermögen gewährleistet werden können.

Wichtig: Der kognitive Mehraufwand, der durch den Einsatz des digitalen Werkzeugs/Mediums entsteht, muss durch den zu erwartenden Mehrwert gerechtfertigt sein.

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