Reflexionsbogen zur Klassenführung (DSDZ)
Worum geht es?
Effektive Klassenführung bedeutet, den Unterricht so zu gestalten, dass wenige Störungen auftreten, Unterrichtszeit effektiv genutzt wird und ein positives Lernklima herrscht, welches auf einer vertrauensvollen und wertschätzenden Beziehung zwischen der Lehrkraft und ihren Schülerinnen und Schülern beruht.
Da der Einsatz digitaler Medien neben vielfältigen Möglichkeiten auch Ablenkungspotenzial bietet, ist eine effektive Klassenführung als Grundlage für einen lernförderlichen, digital gestützten Unterricht unerlässlich.
Um Störungen vorzubeugen und ihnen angemessen zu begegnen, bedarf es klarer Absprachen, Regeln und Rituale in den Bereichen Arbeit mit den Endgeräten und digitale Kommunikation, die konsequent eingefordert und umgesetzt werden. Sorgfältig aufbereitete und leicht zugängliche digitale Materialien in Verbindung mit etablierten Routinen und eingeübten Bedienkompetenzen tragen zu einem reibungslosen Unterrichtsablauf bei und ermöglichen eine konzentrierte Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.
Zur gezielten Vorbereitung finden Sie hier Reflexionsfragen und ein Kartendeck, mit deren Hilfe Sie sich auf die veränderte Situation einstellen und daraus konkrete Handlungsideen entwickeln können.
Worauf kann ich aufbauen?
Für die Weiterentwicklung pädagogischer Fähigkeiten und die Implementierung innovativer Unterrichtsmethoden benötigen Lehrkräfte bestimmte Grundvoraussetzungen.
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Technische Grundlagen prüfen
Das veränderte Unterrichtssetting erfordert von Lehrkräften technische Grundfertigkeiten.
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Den verlässlichen Rahmen kennen
Schulinterne pädagogische Rahmenbedingungen schaffen Sicherheit für alle Beteiligten und bilden so das Fundament souveräner Klassenführung. Sie eröffnen den Lehrkräften pädagogisch-didaktische Handlungsspielräume zur Entwicklung eigener Unterrichtsmethoden und bieten eine verlässliche Grundlage für den Umgang mit Regelverstößen.
Verlässliche Rahmenbedingungen unterstützen die Klassenführung, müssen aber von jeder Lehrkraft individuell ausgestaltet werden.
Worauf muss ich achten?
Eine effektive Klassenführung zeichnet sich insbesondere durch folgende Aspekte aus:
Störungsprävention
Präventive Maßnahmen für einen bewussten Umgang mit dem Ablenkungspotenzial digitaler Medien werden in die Unterrichtsplanung und -gestaltung integriert. Regeln in den Bereichen digitale Kommunikation, Arbeitsweise und Erreichbarkeit werden konsequent und angemessen umgesetzt.
Die gelingt durch:
Klassen- und schulübergreifende Regeln zum Umgang mit mobilen Endgeräten sowie Richtlinien zur digitalen Kommunikation und Erreichbarkeit sind bekannt, im Alltag sichtbar und werden konsequent von der Lehrkraft eingefordert.
Die Lehrkraft ist während digitaler Arbeitsphasen präsent, klärt offene Fragen und achtet auf die Sichtbarkeit der Bildschirme.
Die Lehrkraft begleitet die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler im digitalen Raum, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen ergreifen zu können.
In Phasen, die keine Nutzung digitaler Geräte vorsehen, ist klar geregelt, wo diese sich befinden, um das Ablenkungspotenzial zu minimieren.
Wie wollen Sie mögliche Störungen vermeiden? Nennen Sie mindestens drei Maßnahmen!
Welche Regeln sind Ihnen wichtig und wie wollen Sie diese in Ihrem Unterricht umsetzen (z. B. Rituale zu Unterrichtsbeginn)?
Mit welchen Formen von Störungen rechne ich im Unterricht, und wie gehe ich gezielt damit um?
Effektive Nutzung der Lernzeit
Sorgfältig aufbereitete, leicht zugängliche digitale Materialien, kombiniert mit etablierten Routinen und vorab eingeübten Bedienkompetenzen, fördern einen effektiven Unterrichtsablauf und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.
Dies gelingt durch…
Einheitliche Strukturen – ggf. festgelegt für eine Jahrgangsstufe oder die gesamte Schule – ermöglichen den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften eine gute Orientierung (z. B. verwendete Software, Systematik zur Dateiablage, Benennung von Dokumenten).
Eine vorbereitete digitale Lernumgebung unterstützt reibungslose Arbeitsabläufe (z. B. Verteilen und Einsammeln von Materialien und Aufgaben über eine Lernplattform, klare Bearbeitungsfristen).
Digitale Arbeitsweisen werden schrittweise und systematisch eingeführt, so dass Routinen entstehen können und der Fokus auf den Lerninhalten bleibt.
Die Lernenden sind erkennbar mit den Lerninhalten beschäftigt und auftretende Lernhindernisse werden schnell beseitigt.
Wie strukturieren Sie eine lernförderliche Materialbereitstellung (in der Lernumgebung bzw. Dateiablage)? Skizzieren Sie die gewählte Struktur! Wenn Sie ein digitales Heft verwenden, wie binden Sie dessen Nutzung lernförderlich ein? Notwendige Materialien sind vorbereitet und zugänglich.
Welche Erfordernisse entstehen, wenn Sie den Workflow und Unterstützungsbedarf aus Sicht der Schüler nachvollziehen? Die Lernorganisation läuft routiniert und mit wenig Zeitverlust bei Übergängen.
Wie ermutigen Sie die Lernenden, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen?
Welche Entscheidungen haben andere Lehrkräfte hier getroffen?
REMINDER: ARTIKEL UMZIEHEN
Lehrkräfte berichten aus ihrer Unterrichtspraxis
Dazu haben wir Ihnen folgende Fragen gestellt:
Mit welchen Werkzeugen planen Sie Standardsituationen im Unterricht?
Wie strukturieren Sie eine lernförderliche Bereitstellung der Materialien (in der Lernumgebung)? Skizzieren Sie Ihre gewählte Struktur!
Falls ein digitales Heft verwendet wird, wie integrieren Sie dessen Nutzung lernförderlich?
Welche Erfordernisse entstehen, wenn Sie den Workflow und Unterstützungsbedarf aus Sicht der Lernenden nachvollziehen?
Die folgenden Beispiele aus der Unterrichtspraxis zeigen, dass es zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Dateiablagen, Lernmanagementsysteme und Notizen-Apps einzusetzen. Wichtig ist, im Vorfeld die entsprechenden Strukturen gut zu durchdenken und schul- und fachspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen.