Ausstattung
Das Ausstattungskonzept anpassen
Die folgenden Einsatzszenarien der Schülergeräte sind für unterschiedliche Unterrichtsziele vorteilhaft. Die Szenarien müssen an die Ausstattungsmöglichkeiten angepasst sein und haben immer Auswirkungen auf das Nutzungskonzept der Schule.
Ein effektiver und lernförderlicher Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht erfordert ein pädagogisches Konzept, eine stabile technische Infrastruktur sowie eine ausreichende Anzahl und geeignete Auswahl an Schülergeräten.
Je nach Ausstattungsvariante lassen sich unterschiedliche Einsatzszenarien im Schulalltag realisieren. Die Geräte können als tägliches Lernwerkzeug, in festen „Tablet-Stunden“ oder in verschiedenen Sequenzen und Projekten im Schuljahr eingesetzt werden. Die Wahl der Ausstattungsvariante und des gewünschten Standorts bzw. Nutzungsorts der Geräte (z. B. Klassenzimmer, Stockwerk, Gebäudetrakt) beeinflusst Entscheidungen hinsichtlich Aufbewahrung, Lade- und Transportmöglichkeiten.
Die mobilen Endgeräte werden von verschiedenen Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Klassen genutzt. Die Geräte werden an zentralen, abgeschlossenen Aufbewahrungsorten im Schulgebäude gelagert und können von den Lehrkräften für den Einsatz im Unterricht über ein Ausleihsystem gebucht werden. Die Variante mit Poolgeräten, die von allen Klassen genutzt werden, setzt eine Vorplanung für den unterrichtlichen Einsatz voraus. Häufig werden feste Tabletzeiten im Stundenplan eingerichtet oder Poolgeräte für den Einsatz in Projekten genutzt.
Die Geräte können entweder in festen Tablet-Schränken oder in mobilen Koffern aufbewahrt und geladen werden. Bei wechselndem Einsatz müssen der Transport, das Austeilen, Einsammeln und Aufbewahren der Geräte organisiert werden. Hierbei sind die baulichen Voraussetzungen (Länge der Transportwege, Treppen, Räumlichkeiten zur Aufbewahrung etc.) zu berücksichtigen.
Jede Klasse verfügt über eine bestimmte Anzahl von schulischen Geräten, die ihr zugeordnet sind. In der Praxis hat sich eine Mindestausstattung von einem halben Klassensatz plus drei Ersatzgeräten bewährt.
Die Zuteilung einer festen Anzahl von Geräten pro Klasse ermöglicht einen flexiblen Einsatz im Klassenunterricht. Wird für eine Unterrichtseinheit ein kompletter Klassensatz benötigt, kann dies durch Absprachen im Kollegium bzw. mit der Parallelklasse ermöglicht werden.
Jeder Schülerin bzw. jedem Schüler ist ein eigenes Endgerät zugeordnet. Der spontane Einsatz der Geräte ist jederzeit möglich. Die mobilen Endgeräte werden somit zu einem selbstverständlichen Lernwerkzeug.
Die Endgeräte können in entsprechenden Vorrichtungen, ggf. mit Auflademöglichkeit (z. B. Ladeschränke), im Klassenzimmer aufbewahrt werden.
Wozu sollen die Geräte im Unterricht eingesetzt werden?
Ziel ist, dass jede Schule auf Basis des schuleigenen Medienkonzepts einen passgenauen pädagogisch-didaktischen Ansatz im Bereich der Medienbildung verfolgt und die technische Ausstattung darauf ausgerichtet ist. Auch die verschiedenen Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Förderschwerpunkte haben Einfluss auf die Wahl der Ausstattung. Diese individuellen Gegebenheiten vor Ort müssen bei der technischen Umsetzung eines Ausstattungskonzepts berücksichtigt werden. Hinzu kommen Fragen zur Beschaffung, Administration sowie zur Wartung der Geräte, die von Beginn an mitgedacht werden müssen. Um einen passenden Ausstattungsplan für die eigene Schule in Absprache mit dem Schulaufwandsträger zu entwickeln, ist es sinnvoll, sich mit den aktuellen Möglichkeiten und Angeboten gezielt auseinanderzusetzen und mit dem technischen Ist-Stand zu vergleichen. Im Folgenden finden Sie Impulse für eine passende Ausstattung.
Die Auswahl eines passenden Betriebssystems sollte unter Berücksichtigung der gewählten Jahrgangsstufe(n), der Ausstattungsvariante, den unterschiedlichen Förderschwerpunkten, den unterschiedlichen Einsatzbereichen der Lehrkräfte und dem Wartungsaufwand bezüglich folgender Gesichtspunkte und damit verbundenen Fragestellungen stattfinden:
Welche (assistiven) Funktionen sind in den Betriebssystemen bereits integriert (Anpassung der Textgröße, Beschränkung visueller Effekte, Veränderung des Mauszeigers/Touch, Bildschirmlupe, Farbfilter, Kontrastanpassung, Sprachein- und -ausgabe, Audioeinstellungen zur Unterstützung der auditiven Wahrnehmung, Unterstützung für externe Taster/Schalter, Screenreader)?
Erfüllen die Geräte die Anforderungen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten?
Welche Anschlussmöglichkeiten bestehen für externe (assisstive) Eingabegeräte (Bluetoothgeräte wie Maus, Kopfhörer, Stifte, UK-Geräte Spezial-Tastaturen, Talker, Tonübertragungshilfen für Lehrkräfte, Mausersatzgeräte, externe Taster, Noise-Cancelling-Headsets, mobile Touchdisplays, Screenreader-Software)?
Gibt es alternative Bedienkonzepte, wie bspw. Wischgesten?
Setzen die pädagogischen Einsatzszenarien und daraus benötigte Anwendungen ein bestimmtes Betriebssystem bzw. eine bestimmte Geräteklasse voraus?
Wie sollen Materialien (Lernumgebung/Dateiablage) von der Lehrkraft bereitgestellt werden?
Welche medienproduktiven Tools (Audio, Film, Grafik etc.) sollen zum Einsatz kommen?
Welche fachspezifische Software für Förderung soll auf den Endgeräten genutzt werden?
Erfüllen die Geräte die Anforderungen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten (z. B. ASS, sprachliche, körperlich-motorische Entwicklung, Hören und Sehen)?
Welche weiteren Ausstattungskomponenten sind für den geplanten Einsatz notwendig (z. B. Stift, Tastatur, Spracheingabe, Mikrofon, assisitive Eingabegeräte)?
Welches Zubehör ist passend zur Geräteklasse verfügbar?
Welche Konsequenzen hat es im Classroom Management, wenn die Geräte nicht flach auf dem Tisch liegen, sondern z. B. über eine Tastatur aufgestellt werden können?
Wie kompatibel sind die geplanten Schülergeräte zur vorhandenen oder geplanten IT-Bildungsinfrastruktur (z. B. WLAN, Bildschirmübertragung, assisitive Eingabegeräte)?
Welche Herausforderungen ergeben sich, wenn Lehrkräfte und Lernende ggf. unterschiedliche Betriebssysteme verwenden?
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus (z. B. für das Einarbeitungskonzept, schulinterne Unterstützungssysteme oder Software-Lizenzen)?
Ist die geplante Ausstattung in ein MDM integrierbar?
Welche spezifischen technischen Lösungen zur Einschränkung der Mediennutzung der Lernenden im Unterricht bietet die zur Verfügung stehende MDM-Lösung (Reizreduzierung, Bildschirmsperre, Sperren von Anwendungen durch die Lehrkraft, Zurücksetzen von Geräten, mehrere Benutzerrollen für die Administration der MDM-Lösung, z.B. unterschiedliche Berechtigungen für Schulaufwandsträger und Systembetreuung)?
Die Arbeit mit mobilen Endgeräten stellt spezifische Anforderungen an die schulische IT-Bildungsinfrastruktur. Im engen Dialog mit dem Träger des Schulaufwands muss etwa geprüft werden, inwieweit die Serversysteme und die WLAN-Infrastruktur der Schule bereits die notwendigen Voraussetzungen erfüllen und welche Schülergeräte geeignet sind. Abhängig von den gewählten Einsatzszenarien müssen aber auch bestehende Nutzungskonzepte evaluiert und weiterentwickelt werden. Eine Orientierungshilfe dazu finden Sie im folgenden Artikel.
Für den Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht müssen technische Voraussetzungen gegeben sein. Hierzu gehört
die Möglichkeit der drahtlosen Übertragung der Bildschirminhalte der Schülergeräte auf eine Großbilddarstellung im Klassenzimmer (Screen Mirroring),
ausreichend Auflademöglichkeiten sowie
ein Breitbandanschluss und eine ausreichende WLAN-Ausleuchtung.
Bei der Erweiterung der Anzahl von mobilen Endgeräten ist zu berücksichtigen, dass ggf. auch die Internetbandbreite angepasst werden muss. Eine Internetbandbreite von einem Mbit pro aktivem Nutzer im Down- und Upstream wird empfohlen. Für eine leistungsfähige und flächendeckende WLAN-Ausstattung ist mindestens ein kabelgebundener Access-Point pro Klassenzimmer ratsam.
Vor allem in der Grundschulstufe muss beim Arbeiten mit mobilen Endgeräten im Internet der Jugendschutz mitbedacht werden. Hierzu gibt es technische Möglichkeiten, wie spezielle Jugendschutzfilter, die im schulischen WLAN aktiv sein sollen, um unpassende Inhalte herauszufiltern.
Das jährlich aktualisierte VOTUM des Beraterkreises zur IT-Ausstattung von Schulen am Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gibt der Schulgemeinschaft dabei einen wichtigen Leitfaden für die Weiterentwicklung der Schul-IT an die Hand. So finden sich dort Empfehlungen, beispielsweise zur Konzeption des Schulnetzwerkes, der Ausstattung der digitalen Klassenzimmer oder der Integration von mobilen Endgeräten in die schulische IT-Infrastruktur.
Weitere Informationen finden Sie in den schulartspezifischen Leitfäden:
Das Ausstattungskonzept anpassen
zuverlässige IT-Infrastruktur für einen störungsfreien Unterricht