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Classroom-Management
im 1:1-Setting

Unterrichten Sie zum ersten Mal in einer Klasse mit 1:1-Ausstattung? Haben Sie das Gefühl, Sie betreten Neuland und könnten noch Tipps gebrauchen? Im folgenden Beitrag finden Sie pädagogische Ansätze, die sich bereits in der Unterrichtspraxis bewährt haben sowie Tipps erfahrener Lehrkräfte für eine souveräne und effektive Klassenführung.

Unterricht im modernen College. Schüler untersucht Weltkarte auf Schreibtisch

Souveräne Klassenführung als Schlüsselkompetenz

  • Gedankenblase mit Problemstellungen im Umgang mit mobilen Endgeräten
    © WordART

    Auch bei einer stabilen technischen Infrastruktur kann die ungewohnte Unterrichtssituation zunächst für Unsicherheit sorgen. Durch den Einsatz der Geräte im Unterricht ergeben sich einerseits neue medienerzieherische Herausforderungen, andererseits besteht mitunter die Sorge, dass sich bereits bestehende Formen von Unterrichtsstörungen durch die technischen Möglichkeiten verstärken. 

  • Die junge Frau zweifelt und hinterfragt alles. Junges Mädchen in Freizeitkleidung, umgeben von einem Fragezeichen. Flache Cartoon-Vektorillustration.
    © istock.com/Rudzhan Nagiev

    Es gibt viele technische Lösungen wie z.B. die Einrichtung von Bildschirmzeiten oder die Sperrung bestimmter Apps. Erzieherisches Wirken zielt jedoch über den Schulkontext hinaus auf eine reflektierte Mediennutzung und Selbstregulierung der Lernenden ab. Restriktive technische Maßnahmen zur Kontrolle und Überwachung können das pädagogische Handeln daher lediglich unterstützen und nicht ersetzen.

Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, benötigt die Lehrkraft ein stringentes Classroom Management. Darunter werden alle Unterrichtsaktivitäten und Verhaltensweisen einer Lehrkraft zusammengefasst, die zur Gestaltung und Gewährleistung eines geordneten Unterrichtsverlaufs beitragen und damit hohe Mitarbeit und geringes Fehlverhalten anstreben. Als wissenschaftlich belegte Merkmale guten Unterrichts gelten insbesondere effektive Klassenführung und klare Strukturierung des Unterrichts.

Tipps aus der Unterrichtspraxis

Sieben Lehrkräfte unterschiedlicher Schularten berichten aus ihrer Unterrichtspraxis über Aspekte, die ein lernförderliches Unterrichtssetting begünstigen:

  • Lässiger Mann denkt
    © istock.com/Volhah

    “Sunny side down!”

    „Wenn mit dem Gerät nicht gearbeitet wird, liegt es geschlossen auf dem Tisch. Die Aufforderung „Sunny side down!“ kennen unsere Schülerinnen und Schüler mittlerweile. Am Anfang braucht es etwas Zeit, bis sich die neuen Arbeitsabläufe einspielen. Die Lernenden müssen sich erst an das neue Arbeitsmedium gewöhnen. Wenn sie pädagogisch begleitet und angeleitet werden, dann können sich neue Rituale und Arbeitsweisen nachhaltig etablieren.“

    Sebastian, Lehrkraft am Gymnasium

  • Frau hält ein gelbes Buch in der Hand
    © istock.com/Volhah

    Workflow nicht unterbrechen!

    „Wir haben eine einheitliche Ordnerstruktur auf zwei Ebenen vereinbart: einerseits die ‚Heftführung‘ durch ein Notizprogramm, andererseits einen Ablageort zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterial auf mebis. In der Unterrichtspraxis sieht das so aus: Das Material wird idealerweise am Vortrag von der Lehrkraft zur Verfügung gestellt. Dieses laden die Schülerinnen und Schüler am Anfang der Unterrichtsstunde auf ihr Endgerät.“

    Sabine, Lehrkraft am Gymnasium

  • Arbeitsauftrag mit Icons zum Thema Geodreieck
    © Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

    Arbeitsabläufe visualisieren!

    „Der Umgang mit den mobilen Endgeräten erfordert für die Schülerinnen und Schüler zu Beginn eine kleinschrittige Vorgehensweise: Wo finde ich die Datei, wie öffne ich sie und wo lege ich sie ab? Die Verwendung entsprechender Icons bei Arbeitsaufträgen unterstützen die Lernenden bei der Orientierung und erleichtern den Arbeitsprozess.“

    Verena, Lehrkraft an der Realschule

  • Lächelnde blonde Frau mit Brille und rotem T-Shirt
    © istock.com/Volhah

    Einheitliche Regeln formulieren und einfordern!

    „Wir besprechen die Regeln zur Nutzung der Geräte mit unseren Schülerinnen und Schüler ausführlich zu Beginn des Schuljahres. Als Klassenteam stimmen wir uns ganz eng ab und prüfen die konsequente Umsetzung der vereinbarten Regeln. Es ist hilfreich, wenn dem Kollegium für Regelverstöße eine Ansprechperson benannt wird. Diese steht den Lehrkräften beratend zur Seite und legt gemeinsam mit ihnen Sanktionen fest. Bei Verstößen werden die Erziehungsberechtigten informiert. Solche einheitlichen und verbindlichen Standards entlasten insbesondere neue Kolleginnen und Kollegen, da sie einen klaren Orientierungsrahmen bieten.“

    Christina, Lehrkraft an der Realschule

  • Mann in lässiger Kleidung deutet auf Tablet
    © istock.com/Volhah

    Practice makes perfect!

    „Um Störfälle zu vermeiden, probiere ich die geplanten Arbeitsschritte mit den verwendeten Programmen immer vorher aus. Dadurch geht man einfach sicherer in den Unterricht! Außerdem ist es sehr wichtig, sich vorher zu überlegen, ob das, was von den Lernenden verlangt wird, auch ausreichend eingeübt wurde. Andernfalls kann schnell Frust entstehen. Arbeitsaufträge werden nur besprochen, bevor das Gerät benutzt wird. Sonst ist die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler nicht sichergestellt.“

    Maximilian, Lehrkraft an der Mittelschule

  • Tablet auf dem Benutzungsregeln stehen
    © Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung

    Regeln visualisieren!

    Die Regeln zur Nutzung des Geräts liegen auf den Tischen der Schülerinnen und Schüler. So haben sie das Wichtigste immer vor Augen. Darauf kann man im Unterricht dann als Lehrkraft gezielt verweisen.“

    Carolin, Lehrkraft am sonderpädagogischen Förderzentrum

  • Lässige Frau denkt
    © istock.com/Volhah

    Gerät sichtbar positionieren!

    „Bei uns hat das Tablet einen festen Platz auf dem Tisch, vorne rechts. Dieser ist durch ein Symbol und einen Klettpunkt gekennzeichnet, damit nichts verrutscht. Darauf liegt das Gerät umgedreht auf einem Stück Filz.  Dieses wird zum Schreiben immer nur liegend genutzt, zum Schutz der Tastatur befindet sich immer der Filz darunter. Dieses optische Signal funktioniert bei uns super.“

    Daniela, Lehrkraft am sonderpädagogischen Förderzentrum

Prinzipien der effektiven Klassenführung im 1:1-Setting

Die vorliegenden Beispiele zeigen, dass es in Bezug auf eine Klasse mit 1:1-Ausstattung darum geht, bereits etablierte Verfahren der Klassenführung auf das neue, technologiegestützte Unterrichtssetting anzupassen. Folgende Punkte sollten dabei in den Blick genommen werden:

  • Wo, wie und wann werden Arbeitsaufträge und Material bereitgestellt?

  • Wie viel Zeit plane ich für die Implementierung neuer Abläufe oder die Einübung medialer Fähigkeiten ein?

  • An welcher Stelle sind Pausen und digitale Auszeiten sinnvoll?

  • Wie werden (Zwischen-)Ergebnisse gesichert?

  • Welche Arbeitsformen unterstützen den Austausch der Lernenden?

  • In welcher Form bekommen die Lernenden gezielt lernförderliches Feedback?

  • Wie kann man als Lehrkraft Präsenz zeigen?

  • Wie können Kommunikation und kritisches Denken angeregt werden?

  • Wo liegt das Gerät in den verschiedenen Phasen des Unterrichts? Ist es ausgeschaltet?

  • Welche (einheitlichen) Regeln gelten im Umgang mit dem Gerät?

  • Welche Nutzungsregeln gibt es für die Zeiten, in denen keine Lehrkraft im Raum ist (Zwischenstunde, Pause usw.)?

  • In welcher Form werden Regelungen für den Umgang mit digitalen Medien thematisiert?

  • Welche Konsequenzen sind bei Regelverstößen vereinbart und wie werden sie durchgesetzt?

  • Wie können die Lernenden in medienerzieherischen Fragen aufgeklärt und informiert werden?

Die genannten Fragestelllungen können Ihnen als Vorüberlegungen zur Strukturierung Ihrer Arbeit in 1:1-Klassen dienen. Ergänzend finden Sie hier noch eine Checkliste mit den wichtigsten Anhaltspunkten für eine souveräne Klassenführung und eine lernförderliche Unterrichtsatmosphäre im 1:1-Setting:

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