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Kontrastmethode Englisch

Einsatz digitaler Medien

Zielsetzung: Eine angemessene Variation der Lehr- und Lernmethoden ermöglicht den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Zugänge zu den Lerninhalten, hält die Konzentration aufrecht und motiviert. Die Methodenvielfalt ist in diesem Sinne weniger als umfangreiche Repertoiresammlung in einer Unterrichtsstunde, sondern vielmehr als Werkzeug zur Rhythmisierung des Unterrichtsgeschehens zu verstehen.

Unterrichtsbeispiel

Informationen zur Unterrichtseinheit

Lehrplan Englisch, Mittelschule, Jahrgangsstufe 5

  • Lernbereich 1: Kommunikative Fertigkeiten → Hör- und Hörsehverstehen.

  • Lernbereich 4: Methodische Kompetenzen → Hörtechniken (selektives Zuhören)

  • Lernbereich 5: Themengebiete → Aspekte des Schullebens: Schule, Schulkantine, Lehrkräfte sowie Mitschülerinnen und Mitschüler.

Kompetenzerwartung

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entnehmen einem altersgemäßen, themenbezogenen Hörsehtext (Videoclip über die Schule) wesentliche Einzelheiten zum Schulalltag.

  • wenden Hörtechniken wie selektives Zuhören an, um aus dem bildgestützten Hörtext faktische Informationen herauszufiltern.

Der hier vorgestellten Stunde geht eine Einheit zum Grundwortschatz der Schulsachen („My school things“) voraus, welcher in der Einstiegsphase nochmals reaktiviert wird. Darauf aufbauend wird der Fokus nun auf die Räumlichkeiten und Personen der Schule (cafeteria, playground, caretaker) erweitert. Das erarbeitete Wissen und der gesicherte Wortschatz dienen in der Transferphase als inhaltliches und sprachliches Gerüst, damit die Lernenden einen eigenen Text über ihre unmittelbare Lebenswelt (die eigene Mittelschule) verfassen können.

Unterrichtsverlauf

  • 1. Warm-Up (Vorwissen aktivieren)

    • Inhalt/Fokus: Wiederholung des Wortschatzes der Vorstunde („School things“).

    • Aktivität: Digitale Wortschatzübung (Zuordnen von Bildern und Begriffen).

    • Material/Medium: Endgerät, browserbasierte Wortschatz-Übung (hier: LearningApps).

    Die Stunde beginnt mit einer Wiederholung des Wortschatzes der Vorstunde. Da die Lernenden die Zuordnungsübung zeitgleich und in ihrem individuellen Tempo am Endgerät bearbeiten, wird von Beginn an eine hohe Schüleraktivierung und eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre erreicht. Die interaktive Anwendung liefert dabei nach jeder Eingabe eine automatisierte Rückmeldung. © learningapps.org
  • 2. Pre-listening / Pre-viewing (Hinführung & Vorentlastung)

    • Inhalt/Fokus: Hinführung zum Stundenthema („At Holly's school“) und Vorentlastung des neuen Wortschatzes.

    • Aktivität: Bild- und textgestützte Erschließung neuer Begriffe im Plenum.

    • Material/Medium: Präsentationssoftware, digitale Tafel oder Beamer.

    Die Lehrkraft führt im Plenum in das neue Stundenthema ein und steuert den Lernprozess zentral über eine Präsentation. Das schrittweise Aufdecken von Bildern und neuen Vokabeln lenkt die Aufmerksamkeit der Klasse dabei immer auf den aktuellen Begriff. Um Aussprachefehler zu vermeiden, wird das englische Wort zunächst mündlich eingeführt, bevor das Schriftbild an der digitalen Tafel erscheint. Diese Form der medialen Veranschaulichung strukturiert den Input, entlastet die Lernenden kognitiv und bereitet sie gut auf das anschließende Hörverstehen vor. (KI-Bild. Erstellt mit ByLKI-Gemini)
  • 3. While-listening / While-viewing (Erarbeitung)

    • Inhalt/Fokus: Selektive Informationsentnahme aus einem englischsprachigen Audio- und Videoclip.

    • Aktivität: Individuelles Ansehen des Videoclips und paralleles Bearbeiten eines digitalen Arbeitsblattes.

    • Material/Medium: Endgerät mit Kopfhörern, Lernplattform, Audio-/Videodatei, digitales Arbeitsblatt.

    Die Erarbeitungsphase findet über die schulische Lernplattform statt, auf der alle nötigen Materialien gebündelt sind. Mit eigenen Kopfhörern können sich die Lernenden den Clip ansehen, ihn bei Bedarf pausieren oder schwierige Passagen im individuellen Lerntempo wiederholen. Die Lehrkraft profitiert zeitgleich von einer reibungslosen Klassenführung, da organisatorische Hürden minimiert werden und mehr Freiraum für gezielte, individuelle Hilfestellungen im Raum entsteht. (Symbolbild. Erstellt mit ByLKI-Gemini)
  • 4. Post-listening (Sicherung & Differenzierung)

    • Inhalt/Fokus: Festigung des erarbeiteten Wortschatzes.

    • Aktivität: Bearbeitung niveaudifferenzierter, auditiv gestützter Übungsformate (hier: digitales Buchstabengitter).

    • Material/Medium: Endgerät, interaktive Lernanwendung.

    In der Sicherungsphase festigen die Lernenden den neuen Wortschatz eigenständig an ihren Endgeräten. Durch die Kombination aus auditivem Impuls und visueller Suchaufgabe in einem digitalen Buchstabengitter verknüpfen sie das Laut- und Schriftbild der Vokabeln intensiv miteinander.
  • 5. Transfer & Anwendung (Lebensweltbezug)

    • Inhalt/Fokus: Schriftliche Textproduktion und Transfer des neuen Wortschatzes auf die eigene Lebenswelt.

    • Aktivität: Verfassen eines kurzen Textes über die eigene Schule im Heft und anschließender Foto-Upload auf die Lernplattform.

    • Material/Medium: Heft (analog), Endgerät (Kamerafunktion), schulische Lernplattform.

    In der Transfer- und Anwendungsphase übertragen die Schülerinnen und Schüler den erarbeiteten Wortschatz auf ihre eigene Lebenswelt, indem sie einen Text über ihre Schule verfassen. Die Schreibaufgabe wird analog im Heft erledigt, was die motorische Schreibroutine im Fremdsprachenunterricht sichert. Durch den anschließenden Foto-Upload der Ergebnisse in die schulische Lernplattform werden analoge und digitale Arbeitsweisen gewinnbringend verschränkt. Diese Form der digitalen Abgabe erlaubt es der Lehrkraft, die Texte zeit- und ortsunabhängig zu sichten, Korrekturen vorzunehmen und den Lernenden individuell und asynchron zurückzumelden.
  • 6. Reflexion

    • Inhalt/Fokus: Reflexion des eigenen Lernfortschritts und des Lernverhaltens.

    • Aktivität: Ausfüllen einer digitalen Kurzumfrage zum subjektiven Schwierigkeitsgrad und Lernzuwachs.

    • Material/Medium: Endgerät, Umfrage-Tool.

    Am Ende der Stunde blicken die Lernenden über eine kurze digitale Umfrage auf ihren eigenen Lernprozess zurück. Das digitale Format senkt hierbei die Hemmschwelle, da Schwierigkeiten oder Unsicherheiten ohne die Hürde einer sprachlichen Meldung vor der ganzen Klasse ehrlich kommuniziert werden können. Die Lehrkraft erhält durch die automatisierte Auswertung ein wertvolles Stimmungsbild. Diese Form der Reflexion und Rückmeldung liefert der Lehrkraft diagnostische Hinweise, um das Anforderungsniveau oder die Übungsformate in der Folgestunde passgenau an die Bedürfnisse der Lernenden anzupassen.
Klassenführung

Effektive Nutzung der Lernzeit

Sorgfältig aufbereitete, leicht zugängliche digitale Materialien, kombiniert mit etablierten Routinen und vorab eingeübten Bedienkompetenzen, fördern einen effektiven Unterrichtsablauf und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.

Für eine effektive Nutzung der Lernzeit sind in der oben dargestellten Stunde zwei Bereiche zentral:

Bilder unterhalb dieses Akkordeons ändern sich je nach offenem Akkordeon Eintrag.

Damit die Unterrichtsphasen störungsfrei ablaufen, müssen die Lernenden den Umgang mit der schulischen Lernplattform und den interaktiven Übungs-Apps im Vorfeld geübt haben. Insbesondere das individuelle Steuern von Audio-/Videodateien sowie der Medienwechsel (vom analogen Schreiben im Heft hin zum digitalen Foto-Upload in das Portfolio) bedürfen klarer, ritualisierter Abläufe. Dies gibt der Klasse die nötige Sicherheit für ein konzentriertes, asynchrones Arbeiten im eigenen Lerntempo.

Sämtliche Unterrichtsmaterialien – von der Audio-/Videodatei über die interaktiven Wortschatzübungen bis hin zum Upload-Bereich für die analoge Schreibaufgabe – werden gebündelt auf der schulischen Lernplattform bereitgestellt. So entfällt das aufwändige Verteilen von Kopien und die Lernenden können jederzeit zielgerichtet, asynchron und im individuellen Lerntempo auf die niveaudifferenzierten Aufgaben zugreifen.

Begleitung der Lehrenden

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