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Erstellung einer schulinternen Mediathek

Die Erstellung von Schülerprodukten, beispielsweise in Form von Erklärfilmen, ist in vielen Schulen gängige Praxis. Jedoch geht der Einsatzbereich der Lernprodukte von Lernenden und Lehrkräften meist nicht über das eigene Unterrichtsgeschehen hinaus. Dabei hat digitales Unterrichtsmaterial großes Potenzial für den Einsatz in anderen Klassen, zur Vorbereitung für zu Hause oder als weiterführende Unterstützung für Lehrkräfte. Wie könnten digitale Produkte im Schulalltag den Lernprozess – auch außerhalb des eigenen Unterrichts – noch besser unterstützen? In diesem Artikel erfahren Sie, wie durch die Erstellung einer schulinternen Mediathek ein jahrgangsübergreifender Nutzen für alle Beteiligten entsteht.  

Vorteile einer schulinternen Mediathek für die gesamte Schulfamilie

Lehrkräfte verwenden viele Ressourcen, um Lernvideos, Podcasts oder aussagekräftige bzw. interaktive Bilder im Internet zu finden. Nicht selten suchen Lernende nach Erklärvideos, um sich besser vorzubereiten oder nach einer weiteren Veranschaulichung zu suchen. Hierbei stoßen beide Parteien oftmals auf Probleme. Häufig ist es schwierig, Videos zu entdecken, die auf das entsprechende Themengebiet zugeschnitten und fachlich korrekt auf dem richtigen Niveau erklärt sind. Die Lernenden verfügen meist nicht über die Kompetenz, zu erkennen, ob ein fachlicher Fehler vorliegt. Hinzu kommt, dass die jüngeren Klassen gezwungen sind, sich auf Videoplattformen umzusehen, die mit Kommentaren und Werbung gespickt sind und damit aus medienerzieherischer Sicht äußerst fragwürdig erscheinen. Ferner ist die Lehrkraft bei der Verwendung von Clips aus dem Netz im Unterricht für den Inhalt und infolgedessen eventuelle Werbeeinblendungen verantwortlich. 

Durch die Erstellung einer schulinternen Mediathek haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte die Möglichkeit, auf digitale Lernprodukte zuzugreifen, die lehrplankonform, passend zum Lehrwerk und fachlich korrekt aufgearbeitet sind. Alle Lernenden und die Lehrkräfte haben dann Zugriff auf verschiedene digitale Produkte, die den Lernprozess unterstützen. Schülerprodukte lassen sich zur Umsetzung verschiedener Lernszenarien wie Flipped Classroom, selbstgesteuertem Lernen oder zur Binnendifferenzierung verwenden und das entlastet nicht nur die Lehrkraft. 

Zur Wiederholung von Grundwissen, zur Vertiefung des aktuellen Stoffs oder zur Prüfungsvorbereitung eignet sich die Mediathek, um den Lernprozess zu Hause zu optimieren. Am Ende eines Schuljahres geben die Lernenden meist ihre Lehrwerke wieder ab und haben keinen Zugriff mehr auf vergangene Inhalte. Mithilfe der Mediathek, die über Jahre hinweg verfügbar bleibt, lässt sich Grundwissen ad hoc wiederholen und mit neuem Wissen verknüpfen.

Schülerinnen und Schüler haben Freude daran, zur Gemeinschaft beizutragen und sind stolz darauf, anderen Lernenden mit ihren Produkten zu helfen. Die Wiederverwendung gibt einen weiterführenden Sinn, der zu vermehrter Motivation führen kann. Die Einrichtung der Mediathek auf der mebis Lernplattform ist datenschutzrechtlich unbedenklich. Eltern werden in ihrem medienerzieherischen Handeln unterstützt, indem ihre Kinder nicht auf andere Plattformen zugreifen müssen. Zudem haben sie Einblick in schulische Inhalte und finden Hilfe, wenn sie ihr Kind im Lernprozess unterstützen möchten.

Konkrete Beispiele von Produkten, die in einer Mediathek eingesetzt werden

  • © istock.com/flashvector

    Videos

    Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, Inhalte in einem Videobeitrag darzustellen. Je nach Stoffgebiet und Jahrgangsstufe eignen sich Legetechniken, Präsentationen mit Audioaufnahmen, Tafelvideos oder gar interaktive Videos. 

  • Interaktive Bilder

    Als H5P-Elemente lassen sich interaktive Bilder verschiedener Formate darstellen. Diese können als übersichtliche Mindmaps mit Verlinkungen, Grafiken, Lernlandkarten oder Checklisten etabliert werden. Sie bieten eine Hilfestellung zur Schulaufgabenvorbereitung, stellen komplexere Themen strukturiert dar oder helfen dabei, Zusammenhänge zu erkennen. 

     

  • Weiteres Beispiel
  • © istock.com/flashvector

    Audioaufnahmen

    Audioaufnahmen von Lernenden können als Schulaufgabenvorbereitung in den Fremdsprachen (listening) oder zur Verbesserung der Rechtschreibung im Deutschen verwendet werden. Durch Podcasts oder auch Interviews lassen sich Themengebiete ansprechend darstellen. Hierbei können individuelle Aufgabenstellungen durch die Lehrkraft, je nach Einsatz im Unterricht, gegeben werden.  

  • Wikis

    Grundwissen lässt sich mit der Aktivität Glossar in Form eines Wikis darstellen. Sämtliche Definitionen aus Naturwissenschaften, Mathematik oder Grammatikregeln in den Sprachen können übersichtlich strukturiert und verlinkt werden. Grundwissenskataloge lassen sich auch in Form von digitalen Büchern umsetzen. 

  • Zeitleisten

    Die Timeline ist eine Aktivität, die sich ausgezeichnet zur Darstellung von zeitlichen Zusammenhängen eignet. In vielen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern hilft der Zugang zu Zeitleisten bei der Strukturierung und fördert somit die nachhaltige Abspeicherung im Langzeitgedächtnis.

Tipp: Lernende erstellen H5P

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Erstellung von eigenen H5P-Inhalten durch Lernende leicht und unkompliziert in den Unterricht einbinden lässt und wie Lehrkräfte und Lernende davon profitieren.

Fahrplan zur Etablierung der Mediathek in der Schulfamilie

Verschiedene Beispiele für Umsetzungsvorschläge werden von den Verantwortlichen gesammelt und präsentiert. Dies erfolgt entweder durch die Fachleitung oder eine entsprechende Lehrkraft, die als Stakeholder fungiert. Im Anschluss wird die Idee in der Fachsitzung vorgetragen. Hierbei werden in einer Präsentation die Gründe, die für eine Mediathek sprechen, Praxisbeispiele und ein Zeitplan vorgetragen.

Zunächst sollte in der Fachsitzung eine Abstimmung über die schulinterne Mediathek erfolgen. Je nach Fach sind verschiedene Produkte denkbar. Die Fachschaft kann sich auf eine Art von digitalen Produkten einigen, zum Beispiel eine Mediathek aus Erklärvideos in Mathematik oder interaktive Mindmaps zur Strukturierung von Grundwissen in Geschichte. Mischformen sind natürlich ebenso denkbar. Hierbei kann auf verschiedene Arten der Darstellung zurückgegriffen werden.

Die Verteilung von Zuständigkeiten und Aufgaben innerhalb der Fachschaft hat sich als sinnvoll erwiesen. Lehrkräfte, die in bestimmten Jahrgangsstufen unterrichten, sollten die entsprechenden Inhalte für diese Altersklasse erarbeiten. Durch die ständige Weiterentwicklung der Lernprodukte verbessert sich stetig die Qualität der Mediathek.

Die Erstellung einer schulinternen Mediathek eignet sich ausgezeichnet zur Verankerung im Mediencurriculum. Hierbei werden zwei grundsätzliche Zielsetzungen unterschieden:

  • Zum einen wird die Mediathek in den Unterricht zu mediendidaktischen Zwecken eingebunden. Dies geschieht z. B. im selbstgesteuerten Lernen, zur inneren Differenzierung in Übungsphasen oder im Flipped Classroom. Die schulinternen Produkte unterstützen und bereichern den Lernprozess. 

  • Zudem ist die Erstellung von Lernprodukten im Unterricht aus medienerzieherischer Sicht ein gewinnbringendes Unterrichtsszenario. 

Durch die wiederholende Durchführung der Unterrichtseinheiten wird die Qualität der Produkte von Jahr zu Jahr verbessert und es entsteht ein Potpourri an Darstellungsarten von Inhalten. Zu Beginn wird die Mediathek mit Inhalten von Lehrkräften und Lernenden gefüllt. Mit der Zeit werden jedoch die meisten Inhalte durch Produkte von Lernenden ersetzt.

Zu Beginn kann als Pilotphase die Erarbeitung einer Mediathek in einem Fach fokussiert werden. Nach einer Evaluation wird die Projektidee in der Lehrerkonferenz vorgestellt und auf andere Fächer übertragen.

Praktische Tipps

Möglichkeiten, die Qualität der Produkte zu erhöhen

Nicht alles, was von Lernenden erstellt wird, ist auch tatsächlich brauchbar. Für eine möglichst zielführende und effektive Generierung von Materialien ist es sinnvoll, Themen zur Bearbeitung mehrfach zu vergeben. Ebenso hat es sich bewährt, klassenübergreifend bei Gruppenarbeiten gleiche Inhalte bearbeiten zu lassen. Die Mediathek kann stetig verbessert werden, indem weniger gelungene Inhalte durch verbesserte ersetzt werden.

Tipp: Falls sich in einem gut aufbereiteten Videobeitrag ein kleiner Fehler eingeschlichen hat, besteht die Möglichkeit durch Umwandlung in ein interaktives Video mit H5P, Fragen wie „Finde den Fehler“ einzubinden. 

Möglichkeiten der technischen Umsetzung 

  • mebis bietet verschiedene Kursformate, um eine Mediathek umzusetzen. Möglich wäre beispielsweise ein Schulkurs im Kachelformat. Hierbei sind für alle Lernenden sämtliches aktuelles Wissen und Grundwissen in einem übersichtlichen Kurs dargestellt. Fachinterne Kurse sind als Ein-Themenformat möglich und bieten somit Unterteilungen in Unterthemen. Eine weitere Möglichkeit ist, für jede Jahrgangsstufe einen Kurs zu kreieren.

Unterstützende Links und weitere Angebote im mebis Magazin

Im Folgenden finden Sie weitere Informationsangebote, die Sie bei der Planung und Erstellung einer schulinternen Mediathek unterstützen können:

Aktivitäten und Materialien von A-Z

In diesem Bereich finden Sie Informationen zu den Aktivitäten und Einstellungen der Lernplattform.

Schüler arbeiten an einem Online-Kurs

mebis im Schuljahresverlauf - Kurse für Lernende

Praxisimpulse und Unterstützungsmaterialien zur Strukturierung von mebis Kursen in einem 1:1-Setting

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