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Action! Videoproduktion im Unterricht anleiten, begleiten und bewerten

Digitale Medien bieten zahlreiche Möglichkeiten, kreative digitale Lernprodukte zu erstellen. Mithilfe einer Kamera und einfacher Filmsoftware können Schülerinnen und Schüler selbst Produzentinnen und Produzenten ihres eigenen (Kurz-) Films bzw. Videos werden. Sowohl aus medienerzieherischer als auch aus mediendidaktischer Perspektive gibt es gute Argumente für solche produktionsorientierte Verfahren. Im folgenden Beitrag finden Sie wichtige Hinweise, wie Sie die Lernenden anleiten, bei der Erstellung eines Videos begleiten und das Produkt bewerten können.

Mehrere Figuren arbeiten mit einer großen Kamera

Medienkompetenzen durch Filmproduktion fördern

Die Videoerstellung anleiten

Zunächst müssen die technischen Grundlagen für die Videoproduktion geklärt werden. Falls die Lernenden nicht über sichere Bedienkompetenzen verfügen, sollten diese vorab geschult und entsprechendes Unterstützungsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Prinzipiell können die Schülerinnen und Schüler die Filmaufnahmen mit ihren eigenen Smartphones oder mit schulischen Geräten machen. Bei einer 1:1-Ausstattung hängt die Wahl der Filmsoftware, die für das Schneiden und die Bearbeitung genutzt werden kann, von dem jeweiligen Gerätetyp ab. Am Ende muss das Video eventuell noch komprimiert werden.

Bevor Schülerinnen und Schüler individuell oder in Kleingruppen mit der Produktion eigener Video- oder Audiodateien beginnen, sollten im Klassenverband zunächst Kriterien für gute Videos erarbeitet werden. Dies kann z. B. durch Best-Practice-Beispiele als Zielperspektive erfolgen oder den Vergleich zweier Beispiele, die sich im Niveau unterscheiden.

Die erarbeiteten Kriterien lassen sich in ein Raster bzw. eine Checkliste überführen, die Schülerinnen und Schüler sowohl als Orientierung für die Produktion eigener Beiträge wie auch als Grundlage für die formative Beurteilung der Produkte ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler heranziehen können.

→ Kriterien gemeinsam erarbeiten

Zielführende Aufgabenstellungen verfassen

Es ist wichtig, dass man sich als Lehrkraft bereits im Vorfeld Gedanken zu den wesentlichen Rahmenbedingungen und Ausgangsvoraussetzungen macht und den Arbeitsauftrag entsprechend formuliert. Folgende Punkte sollte die Aufgabenstellung beinhalten:

  • Arbeitsform: Einzel- oder Gruppenarbeit / Gruppengröße

  • Konkreter Inhalt / Thema des Videos

  • Tools / Filmsoftware zur Erstellung und ggf. Anleitung dazu

  • Videodauer

  • Arbeitszeit im Unterricht und ggf. zuhause

  • Abgabe: Frist und Form

  • Evtl. Überblick über den Arbeitsprozess und die Aufgaben einzelner Gruppenmitglieder

Die Videoproduktion begleiten

  • © istock.com/Volhah

    Tipps für ein gutes Video: Kameraführung

    Um ein gutes Video produzieren zu können, müssen sich Schülerinnen und Schüler mit den Möglichkeiten und Besonderheiten des Mediums Film gezielt auseinandersetzen. Das Sprechen vor der Kamera sowie der bewusste Einsatz von Mimik und Körpersprache sollten angeleitet und gezielt geübt werden. Probeaufnahmen sind ebenso aus technischer Perspektive sinnvoll, um die Aufnahmequalität zu prüfen.

  • Tipps für ein gutes Video: Positionierung

    „Ich habe die Erklärvideos (Legetechnik) im Unterricht mithilfe der Tablet-Halterung aus dem Klassenzimmer drehen lassen. Für zuhause war es ratsam, das Handy auf den Schreibtisch zu legen und die Kamera des Geräts über die Tischkante zu schieben. Die Blätter für das Video lagen dann am Boden und konnten bequem abgefilmt werden. Hierbei mussten die Schülerinnen und Schüler auf ausreichend Beleuchtung achten (Deckenlampe und Schreibtischlampe). Die Ergebnisse waren sehr gut. ”

    Corinna, Realschule Abensberg

  • Tipps für ein gutes Video: Ton, Urheberrecht

    Wenn der inhaltliche und technische Rahmen eines Videos klar abgesteckt ist, muss passendes Material wie Musik, Töne oder Texte gesammelt oder erstellt werden. Dabei steht die Schlüsselfrage „Ist das gewählte Material zielführend?“ im Mittelpunkt. Je nach Thema, Inhalt und Umsetzungsform werden sich die eingesetzten Medien unterscheiden. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sie sich dafür eignen, im Video eingesetzt zu werden, also beispielsweise auch bei kleiner Auflösung sichtbar sind. Zudem gilt es bei allen eingesetzten Materialien das Urheberrecht der Autorinnen und Autoren zu wahren. Entsprechende Unterrichtsimpulse zu dieser Thematik finden Sie im Medienführerschein Bayern:

  • Konzept erstellen (I)

    Vor der eigentlichen Produktion werden der Aufbau und die Konzeption des Films bzw. des Videos sowie die einzelnen Produktionsschritte besprochen. Eine wichtige inhaltliche Vorarbeit besteht in der Erstellung eines Drehbuchs und/ oder Sprechertextes oder Stichwortzettels. Dazu wird eine Vorlage bereitgestellt. Die Arbeitsanweisung (Vorlage), ein Beispiel für ein digitales Storyboard und ein Schülerprodukt finden Sie im Folgenden.

  • Konzept erstellen (II)

    Für die sprachliche Gestaltung bieten sich „Language Support” oder „Hinweise zur Fachsprache” an.

  • Bewertungskriterien transparent machen und (Zwischen-)Feedback geben

    Wichtig ist, dass die Bewertungskriterien vor dem eigentlichen Arbeitsprozess transparent gemacht werden. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern einen Orientierungsrahmen zur Einschätzung darüber, welche Aspekte sie bei der Produktion beachten sollten. Da es sich um vergleichsweise recht aufwendige Lernprodukte handelt, sollten die Lernenden die Möglichkeit haben, in verschiedenen Arbeitsphasen Feedback einzuholen, so zum Beispiel zu den Vorprodukten und Konzepten, bevor sie mit der eigentlichen Erstellung des Films bzw. des Videos beginnen.

Das Video (und den Arbeitsprozess) bewerten

  • (Selbst-) Reflexion fördern (I)

    Lernprodukte hinsichtlich ihrer Qualität zu bewerten, fördert die Reflexionsfähigkeit der Lernenden. Sie setzen sich dabei bewusst mit ihren Ergebnissen oder den Produkten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler auseinander und lernen differenziert Rückmeldung zu geben. Peer-Feedback kann demnach gezielt verwendet werden, um Überarbeitungsprozesse anzuleiten.

     

  • (Selbst-) Reflexion fördern (II)

    Des Weiteren kann ein Selbstreflexionsbogen eingesetzt werden, bei dem die Lernenden ihre eigene Leistung einschätzen und begründen. Für die persönliche Entwicklung der Heranwachsenden ist es wertvoll, eigene Stärken und Schwächen benennen zu können und Verantwortung für das eigene Lernprodukt zu übernehmen. Falls Selbsteinschätzung und Bewertung der Lehrkraft sehr weit auseinander gehen, kann dies auch Anlass für ein pädagogisches Gespräch sein, in dem man auf Basis der vorgegebenen Kriterien die Ergebnisse gemeinsam nachbespricht.

  • Kriteriengeleitet Rückmeldung geben (I)

    Die von Schülerinnen und Schülern produzierten Videos können zum Beispiel über eine Lernplattform eingereicht und damit auch Mitschülerinnen und Mitschülern zur Verfügung gestellt werden. Ein Bewertungsraster dient als Grundlage für das Feedback an die Lernenden, das auch Grundlage für Leistungserhebungen sein kann. Dabei werden die unterschiedlichen Ebenen der Bewertung wie Inhalt, kreative Umsetzung und formale Korrektheit transparent gemacht. Ob diese einzeln bepunktet werden oder eine inhaltliche, schriftliche Rückmeldung dazu erfolgt, obliegt der Lehrkraft.

  • Kriteriengeleitet Rückmeldung geben (II)

    Auch der Arbeitsprozess kann in die Bewertung miteinbezogen werden. Gerade bei Gruppenarbeiten bietet sich dies an, um als Lehrkraft einen Überblick über die Beiträge der einzelnen Mitglieder zu erhalten.

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