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Lernstandserfassung und Anpassung des Lernangebots

Der Einsatz digitaler Medien ermöglicht die Erfassung des individuellen Lernstandes sowie eine Beobachtung des Lernprozesses, um eine effiziente Anpassung des Lernangebots an spezifische Voraussetzungen der Lernenden (Aufgabenniveau, zusätzliche Scaffolding-Angebote etc.) zu ermöglichen.

Dies wird durch Folgendes ermöglicht:

  • Lehrkräfte haben die Möglichkeit, eigene Tests zu erstellen oder vorgefertigte Tests zu verwenden, die automatisch ausgewertet werden und sofortige Rückmeldungen bieten. Digitale Lernumgebungen ermöglichen das Einreichen von Aufgaben und Projekten, sodass Lehrkräfte den Fortschritt der Lernenden effektiv nachverfolgen können.

  • Im Rahmen individueller Förderung können multimediale Materialien Zugänge zu Lerninhalten bieten, die im konventionellen, sprachgebundenen Unterricht oft schwer zu realisieren sind.

  • Digitale Lernangebote erweitern im Unterricht das Spektrum an Themen, Lernwegen und Bearbeitungsweisen.

  • Um den unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Lernenden gerecht zu werden, können digitale Medien Lernangebote nach verschiedenen Gestaltungsprinzipien differenzieren und sowohl individuelle als auch kooperative Lernwege fördern (z. B. durch Anpassung des Anspruchsniveaus, Berücksichtigung von Interessen, Lernzugängen und Bearbeitungsweisen).

Aus der Praxis

Eine Lehrkraft berichtet aus ihrem Unterrichtsalltag im Deutschunterricht

Lernstandserfassung

Den Lernstand digital überprüfen

Digitale Tools eignen sich hervorragend zur Überprüfung rezeptiver Fähigkeiten wie Lese- und Hörverstehen sowie zur Ermittlung des Kenntnisstands in Bezug auf Wortschatz und Grammatik. Sie ermöglichen eine schnelle, automatische Auswertung und bieten den Lernenden sofortiges Feedback zur Richtigkeit ihrer Antworten.

  • Aufgabe zum Lesefortschritt und Textverständnis in einer digitalen Lernumgebung: Die Lernenden zeichnen unabhängig voneinander ihre Vorlesevorgänge auf. Sowohl sie selbst, als auch die Lehrkraft können so Lesefortschritte nachvollziehen und Fehlerschwerpunkte identifizieren.
  • Aufgabe mit automatisierter Auswertung

Einblick in das Ergebnis erhalten

Durch das Übertragen eines Screenshots der Auswertung in das digitale Heft oder die Einreichung der Auswertung kann die Lehrkraft die Durchführung und den individuellen Lernstand nachvollziehen.

  • Übernahme des Ergebnisses in das Heft

Erfassung des Lernstandes der gesamten Klasse

Die Tests auf der Lernplattform mebis sowie auf anderen Übungsplattformen bieten der Lehrkraft einen direkten Einblick in den Kenntnisstand und liefern gleichzeitig automatisierte Auswertungen der Ergebnisse, um die individuelle Leistung umfassend zu analysieren.

  • Automatische Auswertung der Gesamtpunktzahl innerhalb einer Klasse

Den Lernfortschritt digital nachverfolgen

Zusätzlich zum generellen Lernstand innerhalb der Klasse kann die Lehrkraft auch verfolgen, welche Fortschritte die individuellen Lernenden machen. Verschiedene Programme liefern eine Übersicht über die Häufigkeit der Durchführung einer Übung und die dabei erzielten Erfolge. Dies wiederum kann Aufschluss darüber geben, wie man gezielt unterstützen kann. Ferner behält die Lehrkraft den Überblick über die individuelle Anzahl der eingereichten Aufgaben und hat so zu jeder Zeit eine nachvollziehbare Gesprächsgrundlage für den Austausch mit den Lernenden selbst oder deren Erziehungsberechtigten vorliegen.

  • Übersicht zum Stand der Aufgabenerledigung in einer digitalen Lernumgebung - Klassenübergreifend und individuell
  • Lernfortschritt nachvollziehen
  • Fortschritt sichtbar machen
  • Lernfortschritt in mebis

KI zur Auswertung der Qualität von Schülertexten verwenden

Die KI ermöglicht nun auch, offene Aufgabenformate digital auswerten zu lassen. Nach der Eingabe von Feedbackkriterien können die Lernenden ihre Textentwürfe hochladen und Rückmeldung erhalten. Die Lehrkraft hat Zugriff sowohl auf die Schülertexte als auch auf das Feedback der KI.

  • Auswertung einer Sprachanalyse nach zuvor in der Software festgelegten Kriterien

    Hinweis: Die Rückmeldung durch KI bietet den Lernenden durchaus Anregungen zur Verbesserung. Eine Korrektur durch die Lehrkraft kann diese jedoch nicht gänzlich ersetzen, da die KI teilweise zu oberflächlich bleibt. Für die Durchführung von regelmäßigem Feedback zu Schülertexten eignet sich diese Möglichkeit dennoch, weil dadurch häufiges individuelles Feedback realisiert werden kann.

Anpassung des Lernangebots

Im Rahmen der individuellen Förderung können multimediale Materialien Zugänge zu Lerninhalten ermöglichen, die im konventionellen, sprachgebundenen Unterricht vielfach kaum realisierbar sind. Digitale Medien erlauben in bisher ungekanntem Maß die Differenzierung von Lernangeboten und Personalisierung von Lernwegen. Aufgaben können mit digitalen Medien nach vielfältigen Gestaltungsprinzipien differenziert und für individuelle und kooperative Lernwege geöffnet werden.

Potenzial und Ideen für den Einsatz digitaler Medien in Lernaufgaben (nach Brägger und Steiner):

  • Interessen

    Die Vielzahl an Angeboten, die den Lernenden durch digitale Medien zur Verfügung stehen, ermöglicht eine Erweiterung der Themen und Lernprodukte. Dies hat zur Folge, dass die Lernenden ihre eigenen Interessen an unterschiedlichen Fragestellungen und Themen besser einbringen können.

    Argumentation zu einem Computerspiel verfassen
  • Interessen

    Dadurch erhöht sich die Motivation der Schülerinnen und Schüler, und es entsteht eine größere Bandbreite an Lernergebnissen.

    Digitale Tools in Schreibaufgaben einbeziehen
  • Lernvoraussetzungen und Anspruchsniveau

    Oftmals finden Lehrende in einer Klasse unterschiedlichste Lernvoraussetzungen und Anforderungsniveaus vor. Im Vergleich zu analogen Medien lassen sich vor allem mithilfe von KI und dem Zugang zu allen Möglichkeiten des Internets einfach Materialien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad finden. So können Texte für lernschwächere Schülerinnen und Schüler vereinfacht zur Verfügung gestellt werden, für die Leistungsstärkeren lassen sich zusätzliche Transferaufgaben erstellen oder weitere Informationsquellen finden.

  • Lernvoraussetzungen und Anspruchsniveau

    Darüber hinaus können mithilfe diverser digitaler Tools zu erwartende Schwierigkeiten analysiert werden, sodass bereits im Vorfeld angemessen darauf reagiert werden kann.

  • Verarbeitungstiefe und Aufgabenschwierigkeit

    Auch leistungsschwächere Kinder sind in der Lage, Aufgaben mit höherer Verarbeitungstiefe (wie Anwenden, Analysieren, Entwickeln oder Bewerten) zu bewältigen. Dazu erlauben digitale Medien durch zahlreiche Unterstützungsangebote für alle die gleiche Aufgabenstellung zu bewältigen.

  • Lernziele und Kompetenzstufen

    Aufgabensets, die mehrere Kompetenzstufen ansprechen und trainieren, ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, frei zu wählen, welche Aufgaben sie bearbeiten möchten. Dies wird durch das umfangreiche Angebot an verschiedenen digitalen Lernmaterialien und Aufgaben auf unterschiedlichen Kompetenzstufen erleichtert.

  • Bearbeitungsweise

    Digitale Medien bieten die Möglichkeit, Inhalte und Texte auf verschiedene, auch kreative Arten zu bearbeiten. Viele Tools sind einfach und unkompliziert in der Handhabung. Dies führt zu einer Vielfalt an Endprodukten und gibt den Schülern die Freiheit, ihre bevorzugte Form der Umsetzung zu wählen.

  • Persönliche Lernzeit und individuelles Lerntempo

    Digitale Medien unterstützen asynchrone Lernprozesse, indem sie individuelles Vor- und Nacharbeiten ermöglichen sowie entdeckendes Lernen, Selbstkontrolle und Selbstregulation in Bezug auf Lerntempi und Verarbeitungstiefe fördern.

  • Persönliche Lernzeit und individuelles Lerntempo

    So können Videos oder Audios angehalten, zurückgespult und schwierige oder interessante Passagen mehrfach angesehen oder angehört werden. Erst dadurch wird die Selbstkontrolle und Selbstregulation hinsichtlich Lerntempi und Verarbeitungstiefen einfach umsetzbar.

  • Lernzugang

    Mithilfe digitaler Medien eröffnen sich den Lernenden diverse Zugänge zu den einzelnen Kompetenzbereichen. Individuelle Denk- und Lernwege werden insofern ermöglicht, da viele Aufgabenformate auf visuelle, auditive, kreative oder lese- und schreiborientierte Weise dargeboten werden können.

    Hier „Analyse sprachlicher Mittel eines Textes“ nicht in schriftlicher Form, sondern als Audioproduktion
  • Lernzugang

    Kombination aus Text-, Video- und Audioelementen sowie Verlinkungen zu weiteren Hilfen.
  • Selbstständigkeit

    Digitale Medien ermöglichen die Erstellung neuer Aufgabenformate, die das selbstständige Arbeiten fördern. Authentische Videos können unter anderem direkt mit interaktiven Multiple-Choice-Fragen oder anderen Quiz-ähnlichen Formaten angereichert werden.

  • Selbstständigkeit

    Der Fokus der Lernenden wird so auf relevante Inhalte gelenkt und sie können trotzdem im individuellen Tempo arbeiten. Dabei bieten verschiedene Formate eine unmittelbare Rückmeldung über den Lernerfolg.  Das selbstständige „Durchklicken“ führt zudem zu einer enormen Steigerung des Aktivitätsgrades.

    Den Inhalt einer Reportage schrittweise erschließen mit gemeinsamer Erstellung eines Glossars unbekannter Ausdrücke sowie gegenseitigem Feedback
  • Selbstständigkeit

    Von der Lehrkraft erstellte digitale Handbücher können Lernende Schritt für Schritt zur selbstständigen Produktion individueller Ergebnisse anleiten.

    Hier: Schritt für Schritt eine eigene Reportage verfassen
  • Kooperationskompetenz

    Die gemeinsame Erstellung von Präsentationen oder Produkten sowie eine kollaborative Ergebnisfindung werden mit Hilfe digitaler Medien deutlich vereinfacht, indem u. a. orts- und zeitunabhängig in einem geschützten Raum mit diversen Kommentarfunktionen oder Tools gearbeitet werden kann. Dies impliziert auch die Förderung der Teamarbeit bei der Bearbeitung von Aufgaben und die Durchführung von Aktivitäten in verschiedenen Sozialformen.

    Hier: Gemeinsames Verfassen eines Schreibprodukts in einem geteilten Textdokument
  • Kooperationskompetenz

    Kollaborative Lernplattformen ermöglichen es, auf die Ergebnisse von Mitlernenden direkt zu reagieren, zu kommentieren oder zu bewerten.

  • Grundansprüche und erweiterte Ansprüche sowie Aufgaben für Pflicht und Kür

    Dem unterschiedlichen Sprachniveau der Lernenden kann mit Hilfe einer Lernplattform Rechnung getragen werden: So gehören bestimmte Aufgaben zum „Pflichtprogramm“, während Zusatzaufgaben oder -aktivitäten den Schnellen weitere Anreize für das Lernen bieten. Das können zum Beispiel ansprechende Videos zum Thema oder Lernspiele sein, deren Zugang sich erst freischaltet, wenn die Pflichtaufgaben (mit bestimmter Punktzahl) erledigt wurden. Die Lehrkraft kann im Nachhinein verfolgen, wer welche Aufgaben mit welchem Erfolg bearbeitet hat.

    Hier: Freiwillige Übung zur Gedichtinterpretation
  • Quantität

    Aufgaben können auch quantitativ den Leistungen der Lernenden angepasst werden, indem diese je nach Lerntempo oder Fähigkeiten mehr oder weniger Aufgaben erhalten. Dies lässt sich zum Beispiel bei Onlineübungen leicht umsetzen, aber auch durch „fast finisher“ Aufgaben, welche digital auf der entsprechenden Lernplattform ergänzt werden können.

 

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